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Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)
Erstes Buch: Der Gott der Christen und die Götter der Heiden. Der Glaube; die Auferstehung von den Toten.

3. Die Gestalt Gottes zu beschreiben, ist unmöglich.

[S. 14] Du wirst nun zu mir sagen: „Beschreibe mir du, der du siehst, die Gestalt Gottes!“ Höre, o Mensch: die Gestalt Gottes ist unaussprechbar, unerklärbar und für leibliche Augen unsichtbar. Seine Herrlichkeit ist unfaßbar, seine Größe unbegreifbar, seine Hoheit dem Denken unerreichbar; seine Stärke unermeßlich, seine Weisheit unvergleichlich, seine Güte unnachahmlich, sein herrliches Wirken unbeschreiblich. Denn nenne ich ihn Licht, so nenne ich ein Geschöpf von ihm; nenne ich ihn Wort, so nenne ich das Prinzip von ihm1; nenne ich ihn Vernunft, so nenne ich sein Denken; nenne ich ihn Geist, so nenne ich seinen Odem2; nenne ich ihn Weisheit, so nenne ich ein Erzeugnis von ihm3; nenne ich ihn Kraft, so nenne ich seine Stärke; nenne ich ihn Macht, so nenne ich seine Wirksamkeit; nenne ich ihn Vorsehung, so nenne ich seine Güte; nenne ich ihn Herrschaft, so nenne ich seine Herrlichkeit; nenne ich ihn Herrn, so nenne ich ihn Schöpfer; nenne ich ihn Richter, so nenne ich ihn gerecht; nenne ich ihn Vater, so nenne ich ihn den Liebevollen; nenne ich ihn Feuer, so nenne ich seinen Zorn. Wird also Gott zornig? wirst du nun zu mir sagen. Allerdings! Er zürnet denen, die Übles tun, gütig aber, gnädig und erbarmungsvoll ist er gegen die, so ihn lieben und fürchten; denn er ist der Lehrmeister der Frommen und der Vater der Gerechten, aber der Richter und Rächer der Gottlosen.

1: [Archē]Ἀρχή ist entweder abstrakt zu fassen und nach Joh. 1, 1 zu übersetzen: „den Anfang (seiner innern Tätigkeit)“, oder konkret nach Joh. 5, 22: „den Träger seiner Herrschaft“. Ich würde mich nach Maran. und Otto für Letzteres entscheiden. Doch sieh auch Buch 2. K. 10.
2: Über diesen Odem Gottes vgl. unten K. 5 u. B. 2 K. 13; doch kann hier auch der Hl. Geist verstanden werden.
3: Sprichw. 8, 22.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger