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Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)
Erstes Buch: Der Gott der Christen und die Götter der Heiden. Der Glaube; die Auferstehung von den Toten.

14. Dringliche Ermahnung zum Glauben, um der ewigen Strafe zu entgehen.

Sei also nicht ungläubig, sondern gläubig, denn auch ich habe einst nicht geglaubt, daß es also sein wird. Jetzt aber habe ich die Sache erwogen und glaube, weil mir zugleich auch die hl. Schriften der hl. Propheten in die Hände kamen, die da im Geiste Gottes voraussagten die Vergangenheit, wie sie war, die Gegenwart, wie sie ist, und die Zukunft, wie sie sein wird. Da ich nun die Gegenwart und die Weissagungen derselben als Zeugnis habe, bin ich nicht mehr ungläubig, sondern glaube, gehorsam gegen Gott. Und diesem gehorche doch auch du im Glauben, damit du nicht, jetzt ungläubig, einst zu deinem Schmerze, in den ewigen Strafen nämlich, glauben mußt! Von jenen Weissagungen durch die Propheten über diese Strafen haben die Dichter und Philosophen, die ja später waren, aus den hl. Schriften gestohlen, damit ihre Aussprüche glaubwürdig würden. Aber gut ists, daß auch sie (gleich den Propheten) die über die Gottlosen und Ungläubigen ergehenden Strafen vorhergesagt haben, damit dies Zeugnisse seien für alle und niemand sagen könne: „Davon haben wir nichts gehört noch gewußt“1. So nimm [S. 25] denn auch du mit gutem Willen und ehrfurchtsvoll die prophetischen Schriften zur Hand, und sie werden dir deutlicher den Weg zeigen, wie du den ewigen Strafen entfliehen und die ewigen Güter Gottes erlangen kannst. Denn derjenige, der den Mund gegeben zum Sprechen, der die Ohren gebildet zum Hören und die Augen erschaffen hat zum Sehen, wird alles zur Rechenschaft ziehen und ein gerechtes Urteil fällen und jedem nach Verdienst seinen Lohn geben2. Denen, die mit Beharrlichkeit in guten Werken die Unsterblichkeit suchen, wird er geben ewiges Leben, Freude, Friede, Ruhe und eine Fülle von Gütern, wie sie kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, noch in eines Menschen Herz gekommen3; den Ungläubigen aber, den Verächtern, die der Wahrheit nicht beipflichten, sondern der Ungerechtigkeit sich hingeben, indem sie sich wälzen im Ehebruch, Hurerei, Knabenschändung, Übervorteilung anderer, in lasterhaftem Götzendienst: Zorn, Ungnade, Trübsal und Angst4; und zuletzt wird solchen das ewige Feuer zuteil werden. Weil du nun, mein Freund, gesagt hast: „Zeige mir deinen Gott!“ so siehe, dies ist mein Gott; und ich rate dir, ihn zu fürchten und an ihn zu glauben. ZWEITES BUCH. Widersinnigkeit des Heidentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit.

1: Vgl. Jes. 40, 21.
2: Röm. 2, 6.
3: 1 Kor. 2, 9.
4: Röm. 2,9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger