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Zeno von Verona (um 370) - Traktate (Predigten und Ansprachen)
Buch 1
Traktat XIII. Die Beschneidung.

4.

Aber vielleicht wendet jemand ein: War denn Abraham ein Sünder, daß er beschnitten wurde? Oder war er gerecht und mußte nicht beschnitten werden? Brüder! Abraham war ein gerechter Mann und wurde trotzdem beschnitten. Wie sagt doch die Heilige Schrift? „Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.“1 Sagt sie etwa: Abraham wurde beschnitten, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet? Da nun Abraham, ebenso wie Henoch und die andern, unbeschnitten gerechtfertigt und erst darnach beschnitten wurde, so ist klar, daß für Abraham die Beschneidung nicht notwendig war, sondern sie nur vorgenommen wurde zur Kennzeichnung des jüdischen Volkes, das ein fleischliches werden sollte. Ihm hat dieselbe keine Förderung gebracht; denn er hat Gott schon vorher gefallen und nicht erst nachher, als er beschnitten wurde; er empfing nicht den Lohn der Beschneidung, sondern der Verheißung, die er sich schon in der Vorhaut2 verdient hatte. So ist offenbar, daß Abraham in sich das Vorbild des doppelten Volkes trug; durch das Zeichen der Beschneidung zeigte er das jüdische, durch die Gerechtigkeit seines Glaubens das christliche Volk an.3 [S. 160]

1: Röm. 4, 3.
2: Nach der glücklichen Konjektur des verderbten Textes der Bailerini, der auch Giuliari sich anschloß: in acrobustia meritae repromissionis; vgl. Rom. 4, 10.
3: Vgl. Röm. 4, 11. 12.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger