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Zeno von Verona (um 370) - Traktate (Predigten und Ansprachen)
Buch 1
Traktat X. Die Habsucht II.

4.

Daher kommt es, daß Ehegatten, in völligem Widerspruch mit dem hochheiligen Band der Ehe nur ihr eigenes Interesse verfolgen und jedes — selbstverständlich aus übergroßer Liebe! — nach dem Erbe des andern trachtet. Daher kommt es, daß Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern hassen. Daher kommt es, daß die Freundschaft mehr ins Angesicht schmeichelt als im Herzen wohnt. Daher kommt es, daß die ganze Menschheit an ihrem eigenen Untergang und ihrem eigenen Unglück Freude empfindet, weil sie die Seele geringer wertet als das Geld. Daher kommt es, daß Gerechtigkeit, Ehrbarkeit, Frömmigkeit, Glaube, Wahrheit untergehen; daß Gott selbst jeden Augenblick Schmach dulden muß, da seine Gebote verachtet werden, äußerer Tand, Weltliebe ihm vorgezogen werden. Denn zu jeder Sünde, zu [S. 143] jedem Frevel, zu jeder Schandtat, zu jedem Unrecht läßt sich ohne Bedenken ein Mensch herbei, dessen Herz einmal die unersättliche Habgier mit ihrer unheilvollen Glut erfüllt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger