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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
LI. (Nr. 122.) An seine Mitbrüder und Mitkleriker sowie das gesamte Volk

1.

Vor allem bitte ich euch, meine Freunde, und beschwöre euch durch Christus, daß euch meine leibliche Abwesenheit nicht betrüben möge. Wie ich wenigstens meine, werdet ihr nicht zweifeln, daß ich dem Geiste und der Liebe des Herzens nach auf keine Weise von euch getrennt zu werden vermag. Indessen betrübt es mich vielleicht noch mehr als euch selbst, daß meine Schwäche nicht allen Anforderungen zu genügen vermag, die die Glieder Christi an mich stellen, obwohl mich sowohl die Furcht als auch die Liebe Christi antreibt, ihnen zu helfen. Denn das sei eurer Liebe kund, daß ich nie aus freier Wahl abwesend gewesen bin, sondern nur wegen der unabweisbaren Dienstpflicht, die meine heiligen Brüder und Amtsgenossen oft zwingt, Mühsale zur See und jenseits des Meeres auf sich zu nehmen; doch bin ich davon immer frei gewesen, nicht aus innerem Widerwillen, sondern wegen meiner schwankenden Gesundheit. Darum, geliebteste Brüder, handelt nach dem Worte des Apostels, daß „ich, ob ich nun komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, daß ihr feststehet in einem Geiste und eines Sinnes mitkämpfet für den Glauben des Evangeliums“1. Wenn aber irgendein zeitliches Mißgeschick euch trifft, so soll es euch vielmehr daran erinnern, wie ihr von jenem Leben denken müsset, das kein Leid kennt, und wie ihr nicht den lästigen Bedrängnissen dieser kurzen Zeit, sondern der schrecklichen Strafe des ewigen Feuers entrinnen werdet. Denn wenn ihr euch jetzt mit so großer Sorge, mit so großer Anstrengung und Mühe bestrebet, kein vorübergehendes Unheil euch zuzuziehen, wie sehr müßt ihr dann darauf bedacht sein, ewiges Unglück zu fliehen! Und wenn man den Tod so sehr fürchtet, der den Mühen dieses Lebens ein Ende macht, wie sehr ist dann erst jener Tod zu fürchten, der in ewige Pein versenkt? Wenn man die kurzen und befleckten Freuden dieser Welt so sehr liebt, mit wieviel größerer Sehnsucht muß man dann nach den reinen und endlosen Freuden der zukünftigen Welt Verlangen tragen? Bedenket dieses und seid nicht träge in guten Werken, auf daß ihr zur rechten Zeit dazu gelanget, zu ernten, was ihr ausgesät habt.

1: Phil. 1, 27.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger