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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Siebtes Buch
VII. Kapitel

42.

1, Wenn aber das Gebet eine Möglichkeit bietet, mit Gott in Verkehr zu kommen,1 so darf man keine Möglichkeit eines Zugangs zu Gott unbenützt lassen.

2. Jedenfalls zeigt die Frömmigkeit des Gnostikers, die entsprechend dem freiwilligen Bekenntnis mit der seligen Vorsehung Gottes verbunden ist, daß die Wohltat Gottes vollkommen ist.

3. Denn die Frömmigkeit des Gnostikers ist eine Art von Rückwirkung der Vorsehung und eine (der erfahrenen Liebe) entsprechende auf Gott zurückgerichtete Liebe von seiten des Freundes Gottes.

4. Denn weder ist Gott, ohne es zu wollen, gütig in der Weise, wie das Feuer von selbst wärmend ist (vielmehr geschieht die Mitteilung der Güter von ihm auf Grund freien Entschlusses, auch wenn vorher das Gebet zu ihm kommt)2 noch wird der, der gerettet wird, wider seinen Willen gerettet werden; denn er ist nicht unbeseelt (willenlos) sondern es ist überaus gewiß, daß er sich mit eigenem Willen und freiem Entschluß um sein Heil bemühen muß.

5. Deshalb wurden auch die Gebote dem Menschen gegeben, weil er sich aus eigenem Entschluß, je nachdem er will, einem von beiden zuwenden kann, dem, was es verdient, erwählt zu werden, oder dem, was man meiden sollte.

6. Also unterliegt Gott keinem Zwang, wenn er wohltut, sondern tut aus freiem Entschluß denen Gutes, die sich auf Grund freien Willens zu ihm bekehren.3

7. Denn die Vorsehung, die von Gott zu uns kommt, ist nicht bestimmt, uns zu dienen,4 wie wenn sie von Niedrigerem ausginge und zu Höherem emporstiege, vielmehr werden aus Mitleid mit unserer Schwachheit die unmittelbar von der Vorsehung ausgehenden Heilstaten vollführt, wie auch die Fürsorge der Hirten für die Schafe und die des Königs für seine Untertanen, und so, wie auch wir selbst uns gegen unsere Vorgesetzten gehorsam verhalten, die in geordneter Weise das Amt verwalten, mit dem sie von Gott betraut wurden.

8. Diener und Verehrer der Gottheit sind also diejenigen, die den edelsten und königlichsten Dienst leisten, nämlich den Dienst, der die Folge von frommer Gesinnung und Erkenntnis ist.

1: Vgl. oben 39,6.
2: Vgl. unten 43,1.
3: Vgl. Origines, Vom Gebet 29,15 (Übersetzung Orig I S. 132).
4: Vgl. Strom. VII 3,1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger