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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).

XLVI. (Nr. 106.) An Macrobius

XLVI. (Nr. 106.)

Geschrieben im Jahre 408.

Augustinus an seinen geliebten Herrn und Bruder Macrobius.

Inhalt.
Der Adressat war, wie aus dem Briefe 108 hervorgeht, donatistischer Bischof in Hippo, wahrscheinlich der Nachfolger des Proculeianus. Augustinus sucht ihn aufs eindringlichste von der Wiedertaufe eines Subdiakons von Hippo abzuhalten, der Donatist geworden war. Er weist ihn auf das schon öfter angeführte Beispiel der unter sich selbst gespaltenen Donatisten hin, die die Taufe derer nicht wiederholen, die von ihnen abgefallen waren.

Ich habe vernommen, daß du dich mit dem Gedanken trägst, einen unserer Subdiakonen wieder zu taufen. Tue es nicht, wofern du für Gott leben, Gott gefallen willst, wofern du die Sakramente Christi für mehr als bloßen Tand erachtest, wofern du nicht auf ewig vom Leibe Christi getrennt sein willst. Tue es nicht, ich bitte dich, Bruder! Ich bitte dich noch mehr aus Rücksicht für dich selbst! Beachte wenigstens einigermaßen, was ich dir sage. Felicianus von Musti hat den Primianus1 von Karthago verurteilt und ist zum Ausgleiche selbst von diesem verurteilt worden. Lange befand sich Felicanus im frevelhaften Schisma des Maximianus und hat in diesem Zustande viele in seinen Kirchen getauft; jetzt ist er zugleich mit Primianus einer eurer Bischöfe, aber niemand wird wiedergetauft, der von ihm die Taufe empfangen hatte. Mit welchem Rechte glaubt ihr also, jemanden wiedertaufen zu dürfen, der von uns getauft ist? Löse mir dieses Rätsel, und dann magst du auch mich nochmals taufen! Wenn du es aber nicht zu lösen vermagst, so habe Mitleid mit der Seele deines Nebenmenschen und mit deiner eigenen! Wenn du aber meine Behauptung hinsichtlich des Felicianus für unrichtig hältst, so lege mir den Beweis dafür auf; wenn ich es nicht beweise, so handle nach deinem Gutdünken! Ja, ich sage: Wenn ich es nicht beweise, so will ich nicht mehr ein Bischof meiner Kirchengemeinschaft sein. Wenn ich es aber beweise, so sei du kein Feind deines Heiles! Ich wünsche, daß du, Herr Bruder, im Frieden mit uns sein mögest!

1: Das langjährige Haupt der großen Donatistenpartei.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger