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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XLIII. (Nr. 95.) An Paulinus und Therasia

8.

Daraus entsteht denn auch die Frage, ob die Engel Körper besitzen, die ihren Dienstleistungen und vielfachen Ortsveränderungen angemessen sind oder ob sie reine Geister sind. Wenn wir an ihnen Körper annehmen, so steht uns das Wort der Schrift entgegen: „Er macht seine Engel zu Geistern“1. Nehmen wir aber an, daß sie keine Körper besitzen, so bietet es größere Schwierigkeiten, zu erklären, wie sie nach der Heiligen Schrift ohne Leib den leiblichen Sinnen der Menschen sich zeigen, als Gäste beherbergt werden konnten, wie man ihnen die Füße waschen, beim Essen und Trinken ihnen dienen konnte. Leichter könnte man der Ansicht sein, die Engel würden in dem Sinne Geister genannt, in dem die Menschen Seelen heißen — wie zum Beispiel geschrieben steht, Jakob sei mit so und so viel Seelen nach Ägypten gezogen, und sie besaßen doch Leiber! —, als daß man glauben möchte, all jene Dinge seien an ihnen geschehen, ohne daß sie einen Körper hatten. Sodann wird auch in der Geheimen Offenbarung die Gestalt eines Engels mit Maßbestimmungen geschildert2, die einen Leib voraussetzen; denn da die Engel den Menschen erscheinen werden, so können diese Maßbestimmungen nicht unsere Täuschung beabsichtigen, sondern gehen auf die Kraft und Leichtbeweglichkeit der geistigen Körper. Mögen nun aber die Engel Körper besitzen oder mag jemand imstande sein zu zeigen, wie ohne Körper all jene Handlungen an ihnen geschehen konnten, so werden doch in jener Stadt der Heiligen, wo auch die durch Christus von diesem Geschlechte Erlösten sich auf ewig mit den Tausenden der Engel vereinigen werden, die Worte, die von unseren Sprachorganen kommen, keinen verborgenen Gedanken kundgeben. Denn in jener himmlischen Genossenschaft wird kein Gedanke dem Nächsten verborgen bleiben können, sondern es wird Zusammenklang und Eintracht im Lobe Gottes herrschen und sich nicht bloß im Geiste, sondern auch im geistigen Körper offenbaren.

1: Ps. 103, 4.
2: Offenb. 10, 1-3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger