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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).

XLII. (Nr. 93.) An Vincentius

XLII. (Nr. 93.)

Geschrieben im Jahre 408.

Augustinus an seinen geliebtesten Bruder Vincentius.

Inhalt.
Schon im Jahre 398 hatte Kaiser Honorius wegen der Circumcellionen ein Gesetz gegen die Störung des christlichen Gottesdienstes erlassen. Im Jahre 404 bat eine Synode von Karthago den Kaiser, Geldstrafen gegen die Sektierer zu verhängen. Die Bischöfe und namentlich Augustinus hatten sich bisher gescheut, den weltlichen Arm gegen sie anzurufen. Aber da alle Mittel vergeblich waren und insbesondere Augustinus’ wiederholte Einladungen zu Religionsgesprächen aus Furcht vor seiner geistigen Überlegenheit zurückgewiesen wurden, willigte Augustinus selbst in die Anwendung dieses letzten Mittels sein. Der Kaiser hatte schon vor dem Beschluß der Synode ein Gesetz erlassen des Inhaltes, daß donatistische Kleriker des Landes verwiesen, die Laien mit Geld bestraft werden sollten. Nun befahl er (405), daß den Donatisten auch ihre Kirchen genommen werden sollten. Der Rogatist Vincentius von Cartenna, der Nachfolger des Rogatus1, richtete nun einen Brief an Augustinus, in dem er sich über diese Verfolgungen beschwerte. Augustinus erwidert ihm durch den folgenden Brief, indem er den Nutzen hervorhebt, den die Donatisten aus diesen Gesetzen ziehen könnten. Er erklärt, früher auch ein Gegner solcher Maßnahmen gewesen zu sein, aber im Hinblick auf ihren augenscheinlichen Nutzen der allgemeinen Ansicht seiner Amtsbrüder auf dem Konzil beigestimmt zu haben. Aus vielen Schriftstellen beweist er die Einheit und Allgemeinheit der Kirche und zeigt die Grundlosigkeit des Schismas. Da sich die Donatisten auf Cyprianus beriefen, zeigt Augustinus, daß dieser unter allen Umständen an der Einheit der Kirche festgehalten hat, obwohl er über die Ketzertaufe irriger Ansieht war. Die Gültigkeit der letzteren wird klar und scharf dadurch bewiesen, daß die Taufe immer Christi Taufe ist, es möge sie spenden wer wolle. Hingegen beruft sich Augustinus auf den gelehrten Donatisten Tychonius, der in seinem Buche ausdrücklich es leugnete, daß eine Kirche durch Duldung von Sündern aufhöre, die wahre zu sein. Zuletzt wird noch der Hochmut der Rogatisten scharf gegeißelt, die, siebzehn an der Zahl, die einzigen Gerechten auf Erden sein wollten.

1: Siehe die Anmerkung auf voriger Seite!

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger