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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXXIII. (Nr. 55.) Antwort auf die Fragen des Januarius. Zweites Buch.

XV. 27.

Dies wird nach den Aussprüchen der heiligen Schriften und nach der Übereinstimmung der ganzen, überall auf dem Erdkreis verbreiteten Kirche alle Jahre an Ostern gefeiert, wie du schon siehst, als ein großes Geheimnis. Während in den heiligen Schriften des Alten Bundes für die Osterfeier keine Zeit bestimmt ist als der erste Frühlingsmonat vom vierzehnten bis einundzwanzigsten Tage des Mondes, sind durch die Konzile1 wurde beschlossen: 1) Ostern soll immer an einem Sonntag gefeiert werden; also mussten die kleinasiatischen Kirchen, die bisher Ostern immer am 14. Nisan gefeiert hatten2, ihre Praxis aufgeben; 2) Ostern darf nicht mit den Juden zusammengefeiert werden; trifft also der 14. Nisan auf einen Sonntag, so müssen die Christen ihre Ostern um 8 Tage verschieben; 3) Ostern muß immer nach dem Äquinoctium3 gefeiert werden; 4) mit der Berechnung der Ostertafel soll die alexandrinische Kirche betraut werden; diese ühersendet sie an die römische und diese an die übrigen Kirchen. Doch blieben örtliche Differenzen bestehen, die erst durch die Ostertafel des Dionysius Exiguus4verschwanden.) der Väter auch noch die Wochentage bestimmt worden, weil aus dem Evangelium ersichtlich ist, an welchem Tage der Herr gekreuzigt worden ist, und der ganze christliche Erdkreis ist überzeugt, daß man auf diese Weise Ostern feiern müsse.

1: Auf dem Konzil zu Nicäa (325
2: Quartodezimaner
3: 21. März
4: + vor 555

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger