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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXVII. (Nr. 49.) An den donatistischen Bischof Honoratus

3.

Möge es also dir nicht lästig fallen, mir die Frage zu beantworten, ob du einen Grund weißt, wie es kam, daß Christus sein auf dem ganzen Erdkreis verbreitetes Erbe verlor und plötzlich allein in Afrika, und auch da noch nicht überall, geblieben ist. Denn auch die katholische Kirche befindet sich in Afrika, weil Gott gewollt und vorhergesagt hat, daß sie in allen Ländern sein solle. Eure Partei aber, die von Donatus ihren Namen hat, ist an allen jenen Orten unvertreten, an die die Apostel Briefe geschrieben und an denen sie gepredigt und gewirkt haben. Saget aber nicht, unsere Kirche heiße nicht die katholische, sondern die makarianische1, weil ihr sie so nennt. Du mußt wissen und kannst es sehr leicht in Erfahrung bringen, daß man in allen jenen Ländern, von denen aus das Evangelium in diese Gegenden gekommen ist, weder den Namen des Donatus noch den des Makarius kennt. Daß aber eure Partei die des Donatus heißt, das könnt ihr selbst nicht leugnen und ist allbekannt, wo nur immer Anhänger von euch sich befinden. Habe also die Güte, mir diesen Brief zu beantworten, damit wir wissen, wie es geschehen konnte, daß Christus auf dem ganzen Erdkreise seine Kirche verloren hat und sie jetzt allein bei euch besitzt. Eure Aufgabe ist es, den Beweis hierfür zu liefern; uns genügt es für unsere Sache, zu sehen, wie die Weissagungen der Propheten und die Heilige Schrift auf dem ganzen Erdkreise erfüllt werden.

Ich, Augustinus, habe dieses diktiert2, weil ich schon lange hierüber mit dir reden wollte. Offenbar können wir wegen unserer Nachbarschaft mit Gottes Hilfe schriftlich ohne jede Störung uns, soweit es notwendig ist, besprechen.

1: Von dem schon öfters erwähnten kaiserlichen Statthalter Makarius, der mit Strenge gegen die Donatisten verfuhr.
2: Man pflegte im Altertum selten eigenhändig zu schreiben, sondern nur eigenhändig zu unterzeichnen; vgl. 1 Kor. 16, 21 : o aspasmoj th emh ceiri Paulou, ebenso Kol. 4, 18 und 1 Thessal. 3, 17. Augustinus fügt seiner Unterschrift das Folgende bei.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger