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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXVI. (Nr. 44.) An Eleusius, Glorius und die beiden Felix

9.

Deshalb war auch seine spätere Frage überflüssig. Er sagte nämlich, auch ein Böser hätte von Christen und Gerechten nicht ermordet werden dürfen. Als ob wir diejenigen, die solches in der katholischen Kirche tun, Gerechte nennen! Eine Behauptung übrigens, die sie leichter in die Welt hinausschleudern als beweisen können, während doch bei ihnen Bischöfe, Priester und Kleriker jeden Ranges mit nur wenigen Ausnahmen Scharen rasender Leute zusammenbringen und nicht aufhören, so viele und so grausame Blutbäder und Verheerungen nicht bloß an Katholiken, sondern auch, wo sie können, an ihren eigenen Leuten anzurichten. Ärgerlich über solche Feststellungen, gab er sich doch den Anschein, als wisse er nicht um ihre Freveltaten, während er sie doch besser kennt, und bestand darauf, ich solle sagen, ob je ein Gerechter irgendeinen, wenn auch einen Bösen, getötet habe. Das gehörte nun zwar nicht zur Sache, doch gab ich zu, daß, wenn immer so etwas unter dem Deckmantel des christlichen Namens geschehe, es keine guten Christen seien, die solches tun. Um ihn jedoch an den eigentlichen Streitpunkt zu erinnern, stellte ich die Gegenfrage, ob Elias nach seiner Ansicht ein Gerechter gewesen sei. Er konnte es nicht leugnen. Darauf erinnerte ich ihn, wie viele falsche Propheten er mit eigener Hand getötet habe1. Da sah er nun klar ein, was man einsehen mußte, daß nämlich damals den Gerechten solches erlaubt war. Denn sie taten es in prophetischem Geiste auf den Befehl Gottes, der ohne Zweifel wußte, für wen es sogar eine Wohltat war, getötet zu werden2. Er verlangte also, ich solle aus den Zeiten des Neuen Testamentes zeigen, ob jemals ein Gerechter jemanden getötet habe, sei es auch einen Gottlosen oder Lasterhaften.

1: 3 Kön. 18, 40.
2: Qui novit, cui etiam prosit occidi.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger