Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil) Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410). XXVI. (Nr. 44.) An Eleusius, Glorius und die beiden Felix
8. Er erzählte weiter, noch im Anfange des Schismas seien seine Amtsvorgänger darauf bedacht gewesen, zur Abwendung eines Schismas die Schuld des Cäcilianus auf jegliche Weise in Vergessenheit geraten zu lassen, und hätten deshalb einen Vermittler für das zu Karthago befindliche Volk ihrer Partei aufgestellt, noch ehe Majorinus als Gegenbischof gegen Cäcilianus geweint worden sei. Allein dieser Vermittler, sagte er, sei inmitten seiner Anhänger von den Unserigen ermordet worden. Ich gestehe, davon hatte ich bis jetzt noch gar nichts gehört, obwohl so viele Verbrechen von ihnen uns vorgeworfen, von unserer Seite aber widerlegt und zurückgewiesen wurden. Nachdem er aber dies erzählt, fragte er mich dringend, wen ich für gerecht halte, den Mörder oder den Ermordeten, gleich als ob er schon den Beweis geliefert hätte, daß es sich in Wahrheit seinen Worten gemäß auch so verhalte. Ich sagte ihm also, zuerst müsse man untersuchen, ob die Sache auf Wahrheit beruhe; denn man dürfe nicht leichthin alles Gerede für wahr nehmen. Dann aber sei es auch möglich, daß beide gleich schlecht seien oder ein Böser einen noch Böseren gemordet habe. Denn es ist in der Tat möglich, daß der, der den ganzen Menschen wiedertauft, einen ärgeren Frevel begeht als der, der nur den Leib allein tötet.
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