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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXV. (Nr. 43.) An Glorius, Eleusius, die beiden Felix, Grammatikus und alle übrigen, die dies lesen wollen

8.

Dies mußte Secundus als damaliger Primas in erster Linie im Auge behalten, wenn er die Synode so leiten wollte, daß der Frieden nicht gefährdet wurde. Leicht hätte er den gereizten Reden gegen die Abwesenden ihre Schärfe nehmen, sie zügeln und unterdrücken können, wenn er gesagt hätte: „Ihr sehet, Brüder, daß nun nach einer so heftigen Verfolgung durch Gottes Barmherzigkeit uns von den weltlichen Fürsten Frieden gewährt worden ist. Wir Christen und Bischöfe dürfen aber nicht die christliche Einheit zerreißen, jetzt da sie von den Heiden nichts Feindliches mehr zu befürchten hat. Entweder wollen wir also all jene Angelegenheiten, die im Sturm einer unglücklichen Zeit in der Kirche vorgekommen sind, dem Urteile Gottes überlassen; oder aber, wenn unter euch einige sind, die sich scheuen, mit ihnen Kirchengemeinschaft zu halten und die Verbrechen jener Männer so bestimmt wissen, daß sie über sie leicht Zeugnis geben und einer Ableugnung gegenüber sie beweisen können, so mögen sie sich zu unseren Brüdern und Mitbischöfen jenseits des Meeres begeben und zuerst dort über die Taten und die Widerspenstigkeit dieser Männer Klage führen, weil sie aus ihrem bösen Gewissen vor dem Gerichte ihrer afrikanischen Mitbrüder nicht erscheinen wollten, damit ihnen von dort der Befehl gegeben werde, zu erscheinen und sich über die Klagepunkte zu verantworten. Sollten sie das nicht tun, so wird man dort ihre Bosheit und Verworfenheit kennen lernen, man wird ein Synodalschreiben in betreff ihrer Sache auf dem ganzen Erdkreise, soweit nur die Kirche Christi verbreitet ist, in Umlauf setzen, und sie werden von der Gemeinschaft aller Kirchen ausgeschlossen sein, damit keine Störung in der Kirche zu Karthago entstehe. Erst dann, wenn jene von der ganzen Kirche getrennt sind, werden wir ohne Gefahr einen anderen Bischof für Karthago weihen; weihten wir jetzt dagegen einen anderen, so könnte er von der Kirche jenseits des Meeres nicht anerkannt werden, da man den Cäcilian nicht als abgesetzt betrachten wird, nachdem der Ruf von seiner Weihe schon verbreitet ist und deshalb schon Briefe der Kirchengemeinschaft an ihn gelangt sind. Dann wäre jetzt, da die Kirche friedlicher Zeiten sich erfreut, durch ein voreiliges Urteil von unserer Seite das große Ärgernis eines Schismas zu befürchten, und wir hätten dann nicht nur gegen Cäcilian, sondern gegen den mit ihm, wenn auch nur aus Unwissenheit, vereinigten Erdkreis einen anderen Altar aufzurichten gewagt.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger