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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXV. (Nr. 43.) An Glorius, Eleusius, die beiden Felix, Grammatikus und alle übrigen, die dies lesen wollen

22.

„Wenn sie Ohren haben, mögen sie hören, was der Geist den Kirchen sagt“1. Denn so liest man in der Offenbarung des heiligen Johannes: „Dem Engel derGemeinde zu Ephesus schreibe: So spricht, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der da wandelt in Mitte der sieben goldenen Leuchter: Ich kenne deine Werke und deine Mühe und deine Geduld, ich weiß, daß du die Bösen nicht ertragen kannst und diejenigen geprüft hast, die sich Apostel nennen und es nicht sind. Und du hast sie als Lügner erfunden und hast Geduld und hast sie um meines Namens willen ertragen2 und hast nicht abgelassen“3. Hätte der heilige Johannes gewollt, daß man dies von einem Engel aus Himmelshöhe verstehe, nicht von den Vorstehern der Kirche, so hätte er nicht sogleich beigefügt: „Aber dies habe ich gegen dich, daß du von deiner ersten Liebe abgelassen hast. Bedenke darum, wovon du abgewichen bist, tue Buße und vollbringe deine früheren Werke! Sonst will ich dir kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle entfernen, wofern du nicht Buße tust“4. Dies kann von den Engeln im Himmel nicht gesagt werden, da sie die Liebe ständig bewahren. Die von ihr abgelassen haben und gefallen sind, das sind der Teufel und seine Engel. Darum ist unter der ersten Liebe dies zu verstehen, daß er die falschen Apostel um des Namens Christi willen ertragen hat, und dieser ersten Liebe wieder sich zu befleißigen und die früheren Werke zu vollbringen, wird ihm befohlen. Man macht uns die Verbrechen böser Mitglieder zum Vorwurfe, allein es sind nicht unsere, sondern fremde und obendrein zum Teil unerwiesene Taten. Wenn sie aber auch erwiesen wären und wir sie vor Augen sähen, aber des Unkrautes um des Getreides willen schonten und es aus Liebe zur Einheit duldeten, so müßte uns, wer immer die Heilige Schrift ohne Herzenstaubheit liest, nicht bloß als tadelsfrei, sondern auch als höchsten Lobes würdig erklären.

1: Offenb. 2, 7. 11. 17. 29; 3, 6. 13.
2: Eos hat die Vulgata nicht. Der Sinn dieser Stelle wird aber nur durch diese Lesart der Itala für Augustins Zweck verwendbar.
3: Offenb. 2, 1-3.
4: Offenb. 2, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger