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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXV. (Nr. 43.) An Glorius, Eleusius, die beiden Felix, Grammatikus und alle übrigen, die dies lesen wollen

20.

Jedoch beweist der Brief des Kaisers hinreichend, was sie später getan haben. Sie wagten nämlich kirchliche Richter, Bischöfe von so großem Ansehen, durch deren Urteil Cäcilians Unschuld und ihre Schuld erklärt worden war, nicht bei anderen Bischöfen, sondern bei dem Kaiser zu verklagen, als hätten sie ungerecht gerichtet. Dieser wies sie an ein anderes Gericht, vor andere Bischöfe nach Arles, nicht als ob es notwendig gewesen wäre, sondern um auf ihre Hartnäckigkeit Rücksicht zu nehmen und aus dem Verlangen, auf jede mögliche Weise solchem Ärgernis ein Ende zu bereiten. Denn der christliche Kaiser wagte nicht, ihre ungestümen und lügnerischen Klagen in dem Sinne anzunehmen, als wollte er selbst über ein von Bischöfen zu Rom gefälltes Urteil richten, sondern er wies sie, wie gesagt, an andere Bischöfe. Doch ergriffen jene auch von diesen wiederum die Berufung an den Kaiser selbst. In welchen Ausdrücken dieser ein solches Verfahren tadelte, habt ihr selbst gehört. Aber wenn sie nun wenigstens auf sein Urteil hin ihre unvernünftige Bitterkeit abgelegt und einmal so der Wahrheit nachgegeben hätten, wie der Kaiser ihnen nachgab, als er über diese Sache noch nach dem Urteilsspruche der Bischöfe richtete, weshalb er später heilige Bischöfe um Verzeihung bat! Sie aber konnten nichts mehr vorbringen, wenn sie nun auch dem nicht mehr gehorchten, an den sie Berufung ergriffen hatten. Der Kaiser befahl nämlich, die beiden Parteien sollten zu ihm nach Rom kommen. Da Cäcilian, ich weiß nicht warum, dort nicht eintraf, befahl er auf ihr Ansuchen, sie sollten ihm nach Mailand folgen. Da schon fingen einige von ihnen an, sich davon zu schleichen, vielleicht aus Ärger darüber, daß Konstantin nicht nach ihrem Beispiel den Cäcilian sofort und in aller Geschwindigkeit trotz seiner Abwesenheit verurteilte. Als der kluge Kaiser dies bemerkte, ließ er sie von seinen Beamten unter Bewachung nach Mailand bringen. Als auch Cäcilian dorthin kam, nahm er ihn, wie er selbst geschrieben hat, ins Verhör, untersuchte die Sache — mit welcher Sorgfalt, Umsicht und Klugheit, das bezeugt sein Brief — und erklärte den Cäcilian für völlig schuldfrei, sie aber für sehr schuldig.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger