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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXII. (Nr. 36.) An Casulanus

4.

Wenn er nur bei seiner Untersuchung und seinen Behauptungen nicht so weit ginge, die ganze auf dem Erdkreise verbreitete Kirche mit Ausnahme der Römer und noch einiger abendländischer Kirchen aufs unzweideutigste zu lästern! Wer kann es aber nun ertragen, daß er von so vielen und guten Dienern und Dienerinnen aller morgenländischen und auch vieler abendländischen Kirchen, die am Sabbat mit Mäßigkeit und Bescheidenheit ein Mittagsmahl nehmen, erklärt, „sie seien fleischlich gesinnt, sie könnten Gott nicht gefallen“1 und von ihnen stehe geschrieben: „Die Gottlosen mögen von uns weichen; ich will von ihrem Wege nichts wissen“2. Die Bauchdiener seien, die Judäa und die Söhne der Magd der Kirche vorzögen, nicht nach dem Gesetze der Gerechtigkeit, sondern nach dem Gesetze der Sinnlichkeit für den Bauch sorgten, ohne sich irgendwelcher Zucht zu unterwerfen? Die fleischlich seien, den Todesgeruch an sich hätten und so weiter? Wenn er dies von einem Diener Gottes sagte, wer würde ihn noch anhören, wer nicht vielmehr seinen Umgang meiden? Da er nun aber mit solchen Schandreden und Verfluchungen die Kirche verfolgt, die auf der ganzen Welt ihre Früchte bringt, sich von Tag zu Tag vergrößert und trotzdem fast überall am Sabbate Mittagsmahl hält, so ermahne ich ihn, er mag sein, wer er will, seine Zunge im Zaume zu halten. Da du mir seinen Namen nicht mitgeteilt hast, so hast du ohne Zweifel nicht gewollt, daß ich ein Urteil über ihn fälle.

1: Röm. 8, 8.
2: Matth. 7, 23 und Luk. 13, 27.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger