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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXII. (Nr. 36.) An Casulanus

II. 3.

Jedoch ist mir die Zeit nicht so reichlich zugemessen, daß ich sie zur Widerlegung seiner einzelnen Behauptungen verwenden könnte; bedarf ich ihrer doch zur Erledigung dringenderer Arbeiten. Aber gehe nur selbst mit dem Scharfsinn, von dem du mir in deinen Briefen Beweise gibst und den ich als eine Gabe des Herrn an dir sehr hochschätze, eben diese Rede jenes Römers1 etwas genauer durch, und du wirst sehen, daß er sich nicht gescheut hat, fast die ganze Kirche Christi, vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Untergange, mit den ehrenrührigsten Worten anzugreifen. Doch nein! ich sage nicht: fast die ganze, sondern ausnahmslos die ganze. Hat er doch sogar nicht einmal der Römer geschont, deren Gewohnheit er doch gern verteidigen möchte. Aber er merkt achtlos nicht, wie sein schmähender Angriff auch auf diese zurückfällt. Denn da er keine Beweise hat, um die Pflicht des Fastens am Sabbat darzutun, zieht er gegen Verschwendung im Essen, gegen taumelnde Tischgesellschaften und die abscheulichste Trunksucht mit Spott und Hohn zu Felde, als wäre nicht fasten gleichbedeutend mit sich berauschen. Wenn dies so ist, was nützt es dann den Römern, am Sabbat zu fasten? Muß man sie doch an den anderen Tagen, an denen sie nicht fasten, gemäß der Abhandlung ihres Landsmannes als Trunkenbolde und Bauchdiener beurteilen! Wohl ist ein großer Unterschied, ob man das Herz durch Unmäßigkeit und Trunkenheit beschwere, was immer Sünde ist, oder ob man das Fasten mit schuldiger Berücksichtigung der Bescheidenheit und Mäßigkeit unterläßt, was wenigstens am Sonntage von keinem Christen getadelt wird. Also lerne jener zuerst die Mahlzeiten der Heiligen von der Gefräßigkeit und Trunkenheit der Bauchdiener zu unterscheiden, damit er nicht auch die Römer, so oft sie nicht fasten, zu Bauchdienern mache; dann erst frage er, nicht ob es erlaubt sei, sich am Sabbat zu betrinken, denn dies ist auch am Sonntag nicht erlaubt, sondern ob man auch am Sabbat nicht fasten solle, wie man es auch am Sonntage nicht zu tun pflegt.

1: Urbicus, von Urbs Roma.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger