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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXII. (Nr. 36.) An Casulanus

17.

Er führt auch die Worte des Apostels an: „Das Reich Gottes ist nicht Speise und Trank, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geiste“1. Unter dem „Reich Gottes“ will er die Kirche verstanden wissen, da Gott in ihr regiert. Ich bitte dich, hatte denn der Apostel bei diesen Worten im Sinne, daß die Christen am Sabbate fasten sollten? Er spricht ja in ihnen überhaupt nicht von dem Fasten an einem bestimmten Tage. Sie sind vielmehr gegen die gerichtet, die nach Art der Juden und gemäß dem alten Gesetze glaubten, die Reinheit liege in der Beobachtung gewisser Speisevorschriften; sie sollen eine Ermahnung für jene Christen sein, die durch ihren unterschiedslosen Gebrauch von Speise und Trank den Schwachen ein Ärgernis geben. Erst nachdem er also gesagt hatte: „Richte mit deiner Speise nicht den zugrunde, für den Christus gestorben ist“2, und: „Es soll also nicht unser Gut gelästert werden“3, fügt er hinzu: „Denn das Reich Gottes ist nicht Speise und Trank.“ Ja, nach der Auffassung dieser Worte des Apostels von Seiten unseres Gegners, die das Wesen des Reiches Gottes, das heißt der Kirche, nicht in Speise und Trank, sondern allein in Fasten setzt, sollten wir nicht bloß am Sabbate fasten, sondern überhaupt gar nie eine Speise oder einen Trank zu uns nehmen, damit wir uns nie von diesem Reiche Gottes entfernen. Ich bin aber der Ansicht, und mein Gegner muß mir beistimmen, daß wir bisweilen am Sonntag in engerer Verbindung mit der Kirche stehen, obwohl wir sogar an diesem Tage mit seiner Erlaubnis Mittag essen.

1: Röm. 14, 17.
2: Ebd. 14, 15.
3: Röm. 14, 16.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger