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Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)
Zweites Buch. Briefe von Augustins Erhe­bung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputa­tion mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XX. (Nr. 34.) An Eusebius

3.

Kann dir, einem durchaus ernst zu nehmenden Manne, solches Tun gefallen? Das kann ich unmöglich von dir glauben; ich kenne ja dein gewiegtes Urteil. Die leibliche Mutter wird an dem Körper geschlagen, der den Undankbaren geboren und ernährt hat; und da die Kirche, die geistige Mutter, es verbietet, so wird auch sie verwundet, und zwar in den Sakramenten, mit denen sie den Undankbaren geboren und ernährt hat. Hat er nicht offenbar mit dem Knirschen eines Muttermörders zu dir gesprochen: „Was soll ich der Kirche antun, die mir verbietet, meine Mutter zu schlagen? Ich weiß, was ich tue. Auch ihr soll alle mögliche Unbill zugefügt werden; ich will tun, worüber ihre Glieder Schmerz empfinden sollen. Ich will mir das Vergnügen machen, zu jenen zu gehen, die es verstehen, die Gnade, in der ich der Kirche geboren bin, wegzuwischen, die Gestalt, die ich in ihrem Schoße empfangen habe, zu zerstören. Meine beiden Mütter will ich mit grausamen Qualen martern. Die mich später geboren hat, erfahre es zuerst. Bei dem Schmerze der einen werde ich dem Geiste nach sterben, durch den Mord der anderen dem Fleische nach leben.“ Was erwarten wir anderes, verehrter Eusebius, als daß er, der nunmehr zu den Donatisten übergegangen ist, gegen das altersschwache Weib, die hilflose Witwe, die Waffen ergreift, da die katholische Kirche ihn bisher von solchem Mord zurückgehalten hat? Hat er denn einen anderen Entschluß in seinem rasenden Herzen gefaßt, als er zu seiner Mutter sprach: „Ich will zu den Donatisten übertreten und dein Blut trinken“? Sieh, mit blutbeflecktem Gewissen, aber in weißen Gewändern hat er den ersten Teil seines Versprechens schon erfüllt; den zweiten, das Blut der Mutter zu trinken, muß er noch wahr machen. Finden solche Vorsätze deinen Beifall, dann mögen seine Kleriker und Heiligmacher ihn drängen, noch innerhalb der Oktave sein ganzes Gelübde zu erfüllen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger