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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Siebtes Buch
III. Kapitel

15.

1.1 Die Gottheit hat also an nichts Mangel und ist nicht genußsüchtig2 oder gewinnsüchtig oder geldgierig, da sie selbst an allem reich ist und jedem Mangel leidenden Geschöpf alles darbietet;3 die Gottheit wird auch nicht durch Opfer und Weihegaben und Lobpreis und Ehrerweisung günstig gestimmt oder durch Dinge dieser Art gewonnen, sondern zeigt sich den wackeren Männern ähnlich, die das Recht nie verraten würden,4 sei es wegen eines ihnen angedrohten Schrecknisses, sei es wegen der Verheißung von großen Geschenken.

2. Aber alle, die nicht beachtet haben, daß die Seele des Menschen hinsichtlich der Wahl der Lebensführung völlige Freiheit hat und keinem Zwang unterworfen ist, ärgern sich über das, was von dem zuchtlosen Frevelsinn getan wird,5 und glauben deshalb nicht an das Dasein Gottes.6

3. Die gleiche Anschauung wie sie haben auch jene, die infolge ihres Mangels an Selbstbeherrschung gegenüber den Lüsten in außerordentliche Widerwärtigkeiten und unerwünschte Schicksalsschläge geraten,7 und in ihrem Unglück verzagen und dann sagen, es gebe entweder überhaupt keinen Gott [S. 22] oder wenn es einen gebe, so beaufsichtige er nicht alles.

4. Wieder andere sind diejenigen, die überzeugt sind, daß die Götter des Volksglaubens mit Opfern und Geschenken gewonnen werden8 und so ihnen bei ihrem zuchtlosen Leben gewissermaßen behilflich sein könnten; sie wollen daher auch nicht glauben, daß der wahre Gott nur der eine ist, der in seiner gerechten Güte9 immer unverändert der gleiche10 ist.

1: Zum folgenden vgl. Platon, Gesetze X p. 885 B.
2: Vgl. Paid. III 37,2.
3: Vgl. Apg 17,25.
4: Vgl. Platon, Gesetze X p. 907 A
5: Vgl. ebd. p. 908 B.
6: Sacra Par. 263 Holl.
7: Platon, Gesetze X p. 908 C.
8: Vgl. Platon, Gesetze X p. 905 D; 908 E; 909 A.
9: Gott vereinigt die Eigenschaften der Gerechtigkeit und der Güte in sich, wie Clemens oft gegenüber der Lehre Marcions versichert; vgl. z.B. Strom. VI 109,5; VII 73,3.
10: Vgl. Strom. VI 104,3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger