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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Siebtes Buch
II. Kapitel

8.

1. Also ist der Sohn doch wohl nie ein Menschenfeind, er, der aus überschwenglicher Menschenliebe die Schwachheit des menschlichen Fleisches nicht verachtete, sondern sich mit ihr bekleidete und auf die Erde kam, um allen Menschen zusammen das Heil zu bringen. Denn allen denen, die das Heil erwählen, ist der Glaube gemeinsam zugänglich.

2. Er kann aber auch nie sein eigenes Werk vergessen, deswegen, weil dem Menschen allein von allen Lebewesen bei der Schöpfung eine Vorstellung von Gott eingeflößt worden ist.

3. Es könnte aber auch keine bessere und keine zu Gottes Wesen mehr passende Fürsorge für die Menschen geben als die bestehende. Denn es ist ja billig, daß immer das von Natur überlegene über das Niedrigere herrsche1 und daß dem, der irgend etwas gut verwalten kann, die Sorge dafür übertragen wird.

4. Aber das, was in Wahrheit herrscht und regiert, ist das Wort Gottes und die göttliche Vorsehung, die alles überwacht [S. 16] und bei keinem von denen, die ihr angehören, die Fürsorge vernachlässigt.

5. Das sind aber wohl die, die sich dazu entschlossen haben, ihr anzugehören, diejenigen, die durch den Glauben zur Vollkommenheit gelangen wollen. So wird durch den Willen des allmächtigen Vaters2 der Sohn der Urheber alles Guten, die für die Sinne nicht wahrnehmbare, den Anfang aller Bewegung wirkende Kraft.

6. Denn nicht das, was er wirklich war, wurde von denen geschaut, die es wegen der Schwachheit des Fleisches nicht fassen konnten, vielmehr hatte er das sinnlich wahrnehmbare Fleisch angenommen und kam auf die Erde, um auf dem Wege des Gehorsams gegen die Gebote zu zeigen, was den Menschen möglich ist.

1: Vgl. Platon, Gorgias p. 483 D; Protagoras p. 338B; Gesetze III p. 690 B.
2: Vgl. Joh 4,34; 6,38-40.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger