Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Siebtes Buch
II. Kapitel

6.

1. Dies ist der Lehrer, der mit Geheimnissen den Gnostiker, mit frohen Hoffnungen den Gläubigen und mit bessernder Zucht durch fühlbare Einwirkung den erzieht, der verhärteten Herzens ist. Er ist der Ausgangspunkt für die Vorsehung, die für jeden einzelnen und für die Allgemeinheit und für die ganze Welt sorgt.

2. Und daß es einen Sohn Gottes gibt und daß dieser der Heiland und Herr ist, von dem wir reden, das sprechen die göttlichen Weissagungen mit klaren Worten aus.

3. So sucht er, der Herr über alle ist, von den Griechen und Barbaren einen jeden für sich zu gewinnen, der sich von ihm gewinnen lassen will. Denn er zwingt1 den nicht, der von sich selbst aus das Heil dadurch ergreifen kann, daß er wählt2 und alles, was seine Aufgabe ist, erfüllt, um das Erhoffte zu erlangen.3

4. Er ist es, der auch den Griechen die Philosophie durch die niedriger stehenden Engel gab.4 Denn auf Grund göttlicher und uralter Ordnung sind die Engel auf die Völker verteilt.5 Aber "das Erbteil des Herrn"6 zu sein, [S. 14] dessen rühmen sich die Gläubigen.

5.7 Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten; die eine ist die, daß sich der Herr nicht um alle Menschen kümmert; und der Grund dafür wäre, daß er entweder nicht könnte (dies anzunehmen wäre nicht erlaubt; denn es wäre ein Zeichen von Schwäche), oder daß er es nicht wollte, obwohl er könnte (ein solches Verhalten ist aber mit seiner Güte nicht vereinbar; denn er, der unsretwegen das schwache Fleisch angenommen hat, wird doch nicht aus Bequemlichkeit nachlässig sein). Die andere Möglichkeit ist, daß sich der Herr um alle Menschen kümmert, was sich auch in der Tat für den geziemt, der der Herr über alle8 geworden ist.

6. Denn er ist der Heiland, nicht nur für die einen, für die anderen aber nicht; vielmehr teilte er jedem einzelnen, soweit er zur Annahme fähig war, seine Wohltat zu, Griechen sowohl als auch Barbaren, und zwar denen, die aus ihnen vorausbestimmt waren9 und zur rechten Zeit10 zu Gläubigen und Auserwählten berufen11 wurden.

1: Vgl. Quis div. salv. 10,2.
2: Platon, Staat X p. 620 DE.
3: Vgl. Hebr 6,18.
4: Vgl. Strom. I 80,5.
5: Vgl. Dtn 32,8; Strom. VI 157,5.
6: Dtn 32,9.
7: Zum folgenden vgl. Cicero, De divin. I 38,82 f. (Chrysippos Fr. phys. 1192 v. Arnim); Platon Gesetze X p. 901 E.
8: Vgl. Röm 10,12.
9: Vgl. ebd. 8,30.
10: Vgl. Tit 1,3.
11: Vgl. Offb 17,14.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Erstes Buch
Zweites Buch
Drittes Buch
Viertes Buch
Fünftes Buch
Sechstes Buch
Siebtes Buch
. I. Kapitel
. II. Kapitel
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. III. Kapitel
. IV. Kapitel
. V. Kapitel
. VI. Kapitel
. VII. Kapitel
. VIII. Kapitel
. IX. Kapitel
. X. Kapitel
. Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger