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Cyrill von Jerusalem († 387) - Mystagogische Katechesen an die Neugetauften (catecheses mystagogicae)
II. MYSTAGOGISCHE KATECHESE
Über die Taufe

3.

[Forts. v. [S. 369] ] Als ihr entkleidet wart, wurdet ihr mit exorzisiertem Öle1 vom Scheitel bis zu unterst gesalbt2 und erhieltet Anteil an dem edlen Ölbaum Jesus Christus. Ihr wurdet nämlich vom wilden Ölbaum abgeschnitten und auf den edlen Ölbaum aufgepfropft und erhieltet Anteil an der Fettigkeit des wahren Ölbaumes3. Das exorzisierte Öl versinnbildete also die Teilnahme an der Fettigkeit Christi; es vertrieb jede Spur feindlicher Kraft. Gleichwie das Anblasen der Heiligen und die Anrufung des Namens Gottes gleich der heftigsten Flamme die Dämonen brennt und vertreibt, so vermag dieses exorzisierte Öl durch die Anrufung Gottes und durch Gebet nicht nur die Spuren der Sünden auszubrennen und wegzuwischen, sondern auch alle unsichtbaren Mächte des Bösen zu vertreiben.

1: Über die Weihe dieses Öles vgl. Apostol. Konst. 7, 42.
2: Das älteste Zeugnis für diese Salbung findet sich in den clementinischen Recognitionen 3, 67. Im Abendland ist diese Salbung erst sicher bezeugt in Ps. Ambrosius, De sacramentis. Auch das Gelasianum kennt — in seinen wohl gallikanischen Zusätzen — diese Ölsalbung. Nach den Apostolischen Constitutionen 3, 15 wurde die Salbung vom Bischof begonnen, der vor der Taufe das Haupt bei sämtlichen Taufkandidaten salbte; den übrigen Körper salbte ein Diakon, bei weiblichen Täuflingen eine Diakonissin. Dionysius Areop., Kirchliche Hierarchie II. 2, 7: „Der Hierarch beginnt die Salbung unter einer dreimaligen Besiegelung und überläßt dann den Täufling des weiteren den Priestern, um ihn am ganzen Leibe zu salben.“ Während im Orient die Ölung der Abrenuntiation folgte, folgte im Abendlande die Abrenuntiation der Ölung. Im Gegensatz zum Orient, wo der ganze Körper gesalbt wurde, nennt der Liber de sacramentis als zu salbenden Körperteil Brust und Oberarm, das Gelasianum bereits Brust und Schultern. Thalhofer-Eisenhofer, Handbuch der kath. Liturgik II 299.
3: Vgl. Röm. 11, 17. 24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger