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Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)
VI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Häresien

17.

Auf Marcion folgte der unselige, sittlich ganz verkommene Basilides, dessen Predigt Schamlosigkeit war1. Für die Sünde trat auch auf den Plan Valentin2, der dreißig Götter predigte. Während die Griechen nur einige Götter zählen3, hat er, der sich, obwohl er kein Christ war, Christ nannte, den Irrtum auf volle dreißig ausgedehnt. Seine Lehre ist: Bythos (═ die Tiefe) — gut fängt er, die Tiefe der Bosheit, seine Lehre mit der Tiefe an — gebar die Sige (═ das Schweigen) und erzeugte aus der Sige den Logos. Bythos ist noch schlimmer als der Zeus der Griechen. Während dieser sich mit seiner Schwester verband, soll Sige die Tochter des Bythos gewesen sein. Merkst du die Torheit unter dem christlichen Gewande? Gleich wirst du geradezu [S. 107] von Haß gegen diese Gottlosigkeit ergriffen werden. Valentin behauptet nämlich, aus dem Bythos seien acht Äonen erzeugt worden, ferner hier noch zehn, dort noch weitere zwölf4, und zwar männliche und weibliche Äonen. Wie kommt er zu dieser Äonenreihe? Achte auf die Beweise für diese Albernheit! Wie beweist du die dreißig Äonen? Es ist — entgegnet Valentin — geschrieben, daß Jesus dreißig Jahre alt war, als er getauft wurde5. Wenn auch Jesus dreißig Jahre alt war, als er getauft wurde, wie kann aber aus diesen dreißig Jahren dieser Schluß gezogen werden? Gibt es nicht vielleicht deshalb, weil Jesus fünf Brote für fünftausend Menschen gemacht hatte, fünf Götter? Oder sollte es nicht deshalb, weil Jesus zwölf Jünger hatte, zwölf Götter geben?

1: Vgl. Irenäus, Gegen die Häresien I. 24; II. 16; Clemens Alex., Stromata I. 21; II. 2, 3, 6, 8, 20; III. 1; IV. 12, 24, 26; V. 1, 11; VI. 6; VII. 17; Philosophumena VII. 14 ff.; Eusebius, Kirchengeschichte IV. 7.
2: Vgl. Irenäus, Gegen die Häresien I. 1 ff.; III. 4; Philosophumena VI. 20―37; Tertullian, Gegen die Valentinianer; Eusebius, Kirchengeschichte IV. 7.
3: Cyrillus scheint hier nur an die Hauptgötter zu denken.
4: Zehn Äonen entsprossen der Verbindung des Logos und der Zoe, zwölf Äonen der Verbindung von Mensch und Kirche, deren letzter Sprößling die Weisheit war.
5: Luk. 3, 23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger