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Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)
VI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Häresien

29.

[Forts. v. [S. 114] ] Sollte man der von einigen Exegeten gegebenen Erklärung folgen: ,Wenn er auch den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, er hat ihn in guter Absicht verblendet, damit sie nämlich ihre Augen zum Guten erheben‘: die Erklärung ist nicht übel. Denn nicht heißt es: ,Er hat verblendet ihre Seele‘, sondern: ,den Sinn der Ungläubigen‘. Damit will gesagt sein: verblende den unkeuschen Sinn des Unkeuschen, und der Mensch ist gerettet; verblende des Räubers Gedanken an Raub und Diebstahl, und der Mensch ist gerettet. Doch paßt dir diese Auslegung nicht: es gibt noch eine andere Erklärung. Die Sonne blendet diejenigen, welche schwache Augen haben. Die Augenkranken leiden unter dem Licht und werden geblendet; nicht jedoch ist die Sonne schuld daran, sondern die Natur der Augen. So können die Ungläubigen deshalb, weil ihr Herz krank ist, nicht in die Strahlen der Gottheit schauen. Nicht heißt es: ,Er hat den Sinn geblendet, daß sie das Evangelium nicht hören‘, sondern: ,Er hat ihn geblendet, daß sie nicht sehen den Glanz der Herrlichkeit des Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus‘. Das Evangelium zu hören, ist nämlich allen gestattet. Die Herrlichkeit des Evangeliums aber ist nur den wahren Jüngern Christi vorbehalten. Der Herr sprach zu denen, welche es nicht verstehen konnten, in Gleichnissen; seinen Jüngern speziell aber legte er die Gleichnisse aus. Der Getauften Anteil ist Glanz und Herrlichkeit, der Ungläubigen Anteil Verblendung. Diese Geheimnisse, welche dir seit deinem Austritt aus dem Katechumenat jetzt die Kirche auslegt, dürfen den Heiden nicht erklärt werden. Nicht erklären wir in Gegenwart von Heiden die Geheimnisse des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes; noch sprechen wir in Gegenwart von Katechumenen offen über die Geheimnisse. Über vieles und oftmals reden wir geheimnisvoll, damit die eingeweihten Gläubigen es verstehen und die Uneingeweihten keinen Anstoß daran nehmen.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger