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Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)
III. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Taufe

4.

Da der Mensch ein Doppelwesen ist, aus Leib und Seele besteht, darum gibt es auch eine zweifache Reinigung, eine unkörperliche für den Geist und eine körperliche für den Körper. Das Wasser reinigt den Körper, der Geist besiegelt die Seele, auf daß wir, wenn die Seele vom Geiste besprengt und der Körper im reinen Wasser gereinigt ist, zu Gott gelangen. Wenn du also in das Wasser hinabsteigen wirst, dann denke nicht bloß an das Wasser, sondern empfange das Heil in der Kraft des Hl. Geistes! Zur Vervollkommnung ist beides (═ Wasser und Geist) notwendig. So lehre nicht ich, sondern der Herr Jesus Christus, der Herr des Sakramentes1. Er sagt nämlich: „Wenn einer nicht wiedergeboren wird, bezw. wenn einer nicht geboren wird aus Wasser und Geist, kann er in das Reich Gottes nicht [S. 51] eingehen2. Einerseits ist der, welcher mit dem Wasser getauft wird, nicht jedoch des Geistes gewürdigt ist, nicht im Vollbesitz der Gnade; andererseits kann einer ein Tugendheld sein, wird aber doch nicht, sofern er nicht durch das Wasser das Siegel erhalten hat, in das Himmelreich eingehen. Eine kühne Lehre, doch stammt sie nicht von mir! Jesus hat sie geoffenbart. Die göttliche Schrift möge euch die Lehre beweisen. Cornelius, ein gerechter Mann, wurde der Erscheinung von Engeln gewürdigt und hatte seine Gebete und Almosen wie eine herrliche Säule im Himmel bei Gott aufgestellt. (Zu ihm) kam Petrus, der Geist wurde über die Gläubigen ausgegossen, und sie redeten in fremden Sprachen und weissagten. Nachdem sie die Gnade des Geistes empfangen hatten, da — so heißt es in der Schrift — „befahl Petrus, sie im Namen Jesu Christi zu taufen“3, damit nicht nur die Seele durch den Glauben wiedergeboren sei, sondern auch der Körper durch das Wasser an der Gnade teilhabe.

1: ὁ τοῦ πράγματος τὴν ἐξουσίαν ἔχων [ho tou pragmatos tēn exousian echōn].
2: Joh. 3, 3. 5.
3: Apg. 10, 48.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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