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Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)
EINLEITENDE KATECHESE oder Vorwort zu den Katechesen unseres heiligen Vaters Cyrillus, Erzbischofs von Jerusalem.
Vorwort zu den Katechesen

15.

Jeden will ich eifrig, jede in Andacht sehen. Der Geist erglühe in Frömmigkeit! Die Seele lasse sich beschneiden! Die Härte des Unglaubens werde gehämmert! Fort mit den Schlacken des Eisens, das reine Metall bleibe! Fort mit dem Rost des Eisens, das Edelmetall bleibe! Gott möge euch noch jene Nacht schauen lassen, die Finsternis, welche leuchtet wie der Tag und von welcher es heißt1 : „Die Finsternis ist nicht [S. 26] finster vor dir und die Nacht ist hell wie der Tag“2. Dann möge sich jedem von euch — ob Mann, ob Weib ― die Türe des Paradieses öffnen! Dann sollt ihr an dem wohlriechenden Wasser teilhaben, welches Christum bringt3. Dann sollt ihr den Namen „Gesalbter“ erhalten sowie die Kraft des Gottesdienstes4. Erhebet nunmehr den Blick des Geistes! Stellet euch nunmehr im Geist die Chöre der Engel vor, Gott, den Herrn des Weltalls, auf dem Throne, seinen eingeborenen Sohn zu seiner Rechten, daneben den Geist! Stellt euch vor: die Throne und Herrschaften dienen und jeder von euch — Mann wie Weib — ist selig! Schon lasset an euer Ohr jenes liebliche Lied tönen: „Selig sind die, deren Unrecht nachgelassen und deren Sünden zugedeckt sind“5. Die Engel werden es singen am Tage eurer Erlösung, wenn ihr wie Sterne der Kirche eintretet mit glänzendem Körper und leuchtender Seele.

1: Ps. 138, 12 [hebr. Ps. 139, 12].
2: Die Nacht, von welcher Cyrill hier spricht, ist die Ostervigil, in welcher die feierliche Taufe stattfand. — Noch heute singt die katholische Kirche am Charsamstag: Haec nox est, de qua scriptum est: Et nox sicut dies illuminabitur.
3: In mystagogischer Katechese 3, 1 heißt es von Jesus, er habe nach der Taufe den Wassern des Jordan den Wohlgeruch seiner Gottheit mitgeteilt.
4: Cyrill weist hier wohl auf die drei Sakramente, welche der Täufling in der Osternacht empfing, hin, nämlich mit dem wohlriechenden Wasser auf die Taufe, mit der Benennung „Gesalbter“ auf die Firmung, mit der „Kraft des Gottesdienstes“ ἐνέργεια θείων πραγμάτων [energeia theiōn pragmatōn] auf die hl. Eucharistie.
5: Ps. 31, 1 [hebr. Ps. 32, 1] — In der griechischen Kirche wird dieser Psalmvers noch heute bei der Taufe gebetet.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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