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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch

XV. Kapitel

115.

1. Der Gnostiker bildet also in sich die unmittelbarere Ähnlichkeit nach, nämlich die Gesinnung des Lehrers, die jener selbst hegte und den Klugen und Verständigen auftrug und anriet,1 und er versteht sie so, wie der Lehrende es wollte, und nimmt für sich im besonderen die großartige Deutung auf und lehrt in einer des Wortes würdigen Weise "auf den Dächern"2 diejenigen, die sich in erhabener Weise erbauen lassen, und beginnt zuerst mit der Ausführung der von ihm vorgetragenen Lehren, indem er mit seinem Wandel ein Vorbild gibt.

2. Denn der Herr gab erfüllbare Gebote, und in der Tat muß der Königliche und der Christ zum Herrschen und Anführen geeignet sein, weil wir nicht nur beauftragt wurden, die Tiere um uns her zu beherrschen,3 sondern auch die wilden Leidenschaften in uns selbst.

3. Auf Grund seiner vollen Kenntnis des schlechten und guten Lebens wird also, wie es scheint, der Gnostiker gerettet, da er "mehr als die Schriftgelehrten und Pharisäer"4 versteht und tut.

4. "Spanne (deinen Bogen) und gehe deinen Weg glücklich voran und herrsche als König", so schreibt David, "zugunsten der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit, und es wird dich wunderbar deine Rechte", das ist der Herr, "führen."5

5. "Wer also ist weise und wird dies verstehen? Wer verständig und wird es erkennen? Denn gerade sind die Wege des Herrn",6 sagt der Prophet, womit er kundtut, daß allein der Gnostiker das von dem Geist mit verborgenem Sinn Gesagte verstehen und erklären kann.

6. Und "der Verständige wird in jener Zeit schweigen",7 sagt die Schrift, nämlich denen gegenüber, die es nicht verdienen, daß man es ihnen verkündet; denn der Herr sagt: "Wer Ohren hat, zu hören, der höre!"8, [S. 317] womit er sagen will, daß das Hören und Verstehen nicht aller Sache sei.

1: Vgl. z.B. Joh 13,15.
2: Vgl. Mt 10,27; Lk 12,3.
3: Vgl. Gen 1,28.
4: Vgl. Mt 5,20.
5: Ps 44,5.
6: Hos 14,10
7: Am 5,13.
8: Mt 11,15 u.ö.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger