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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch
XV. Kapitel

127.

1. Ferner erscheint auch die prophetische Verkündigung des ganzen auf den Herrn bezüglichen Heilsplans in Wahrheit wie ein Rätsel denen, die die Wahrheit nicht kennen, wenn nämlich der eine verkündigt und die anderen hören, was nach dem Wort des Apostels "den Juden [S. 325] ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit"1 ist, nämlich daß der Sohn Gottes, des Schöpfers aller Dinge, Fleisch an sich genommen habe und im Schoß einer Jungfrau als Leibesfrucht getragen wurde,, auf welche Weise sein sichtbarer Leib geboren wurde, und daß er dementsprechend, daß dieser entstanden war, auch gelitten habe und auferstanden sei.

2. Wenn aber die Schrift erläutert ist und denen, die Ohren haben,2 die Wahrheit klargelegt hat, so verkündigt sie eben damit, daß das Fleisch gelitten hat, das der Herr an sich genommen hatte, "Kraft Gottes und Weisheit."3

3. Vor allem aber war die mit Gleichnisworten redende Art schriftlicher Mitteilung, die, wie wir gezeigt haben,4 überaus alt ist, begreiflicherweise besonders bei den Propheten in hohem Maß vorhanden, damit der Heilige Geist deutlich zeigen könne, daß sowohl die Philosophen bei den Griechen als auch die Weisen bei den übrigen Barbaren von der zukünftigen Erscheinung des Herrn und von der geheimnisvollen Lehre nichts wußten, die von ihm überliefert werden sollte.

4. Wenn also die Weissagung den Herrn verkündigte, so kleidete sie begreiflicherweise, damit sie nicht, wenn sie im Gegensatz zu den Anschauungen der großen Masse spräche, manchen Schmähworte zu sprechen scheine, ihre Offenbarung in Worte, die auch auf andere Gedanken hinführen konnten.

5. Infolgedessen wurden alle Propheten, die das Kommen des Herrn und mit ihm die heiligen Geheimnisse im voraus verkündigt hatten, verfolgt und getötet, wie auch der Herr selbst, der ihre Schriften erklärt hatte, und seine Jünger, die die Lehre verkündigten, in gleicher Weise nach ihm ihr Leben hingeben mußten.

1: 1Kor 1,23.
2: Vgl. Mt 11,15.
3: 1Kor 1,24.
4: Vgl. z.B. Strom. V 19,3 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger