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Apostolische Väter - Der Hirte des Hermas
II. Gebote

Neuntes Gebot

Über das vertrauensvolle Gebet.

1. Er sagte mir: „Wirf weg von dir allen Zweifel und jegliches Bedenken, etwas von dem Herrn zu [S. 217] erbitten, indem du bei dir sprichst: wie kann ich etwas von dem Herrn erbitten und erlangen, da ich so sehr gegen ihn gesündigt habe? 2. Mach dir darüber keine Gedanken, sondern wende dich von ganzem Herzen an deinen Herrn1 und bitte ihn ohne Bedenken, und du wirst seine Barmherzigkeit kennen lernen, dass er dich gewiss nicht verlässt, sondern die Bitte deines Herzens erfüllen wird. 3. Denn Gott ist nicht wie die Menschen, die Böses nachtragen, vielmehr verzeiht er und erbarmt sich seines Geschöpfes. 4. Reinige also dein Herz von allen Eitelkeiten dieser Welt, auch von den oben erwähnten Bedenken; dann flehe zum Herrn, und du wirst alles erhalten, und keine deiner Bitten wird fehlschlagen, wenn du sie vertrauensvoll an ihn richtest. 5. Wenn du aber zweifelst in deinem Herzen, wirst du keine Bitte erfüllt sehen; denn die an Gott zweifeln, das sind die Zweifler, and diesen wird überhaupt keine ihrer Bitten gewährt. 6. Aber die Vollkommenen im Glauben bitten um alles im Vertrauen auf den Herrn2 und erhalten es, weil sie mit Vertrauen bitten, frei von allem Zweifel. Denn es wird schwerlich geschehen, dass ein Zweifler sein Heil findet, wenn er sich nicht bekehrt. 7. Reinige also dein Herz vom Misstrauen, gürte dich mit dem Glauben, denn er ist stark, und vertrau zu Gott, dass du alles, um was du ihn bittest, erlangen werdest. Und wenn du einmal den Herrn um etwas gebeten hast, aber die Erhörung deiner Bitte sich etwas verzögert, so verliere das Vertrauen nicht, weil deine Seele die Erfüllung ihres Gebetes nicht schnell erhielt; denn sicherlich ist eine Prüfung oder ein dir unbekannter Fehltritt daran schuld, dass sich die Erfüllung deiner Bitte verzögert. 8. Auch musst du beharrlich sein mit dem Gebete deiner Seele, dann wirst du es erlangen. Wenn aber dein Eifer und dein Vertrauen beim Beten nachlassen, dann klage dich selbst an und nicht den, der dir geben sollte. 9. Schau dir solch ein Misstrauen an; es ist böse, sinnlos, reißt vielen den Glauben mit der Wurzel aus, sogar ganz Tiefgläubigen und Gefestigten. Und zwar ist diese [S. 218] Zweifelsucht eine Tochter Satans, und sie vergeht sich gar schwer an den Dienern Gottes. 10. Lege also den Zweifel beiseite und beherrsche ihn in allem, rüste dich dafür mit dem starken und mächtigen Glauben; der Glaube verspricht nämlich alles und vollendet auch alles, das Misstrauen aber, das nicht (einmal) an sich selbst glaubt, versagt bei allem, was es beginnt. 11. So siehst du denn“, schloss er, „dass das Vertrauen von oben kommt, vom Herrn, und dass es große Macht besitzt; das Misstrauen aber ist ein irdischer Geist, kommt vom Teufel und hat keine Macht. 12. Diene also du dem mächtigen Glauben und halte dich fern von dem machtlosen Misstrauen, dann wirst du in Gott leben; auch alle anderen, die so denken, werden in Gott leben.“

1: Jer 24:7; Joel 2:12.
2: Ps 2:13; 10:1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger