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Hippolytus von Rom († um 235) - Canones (Canones Hippolyti)

38. Canon. In der Nacht, wo unser Herr Jesus auferstanden ist, sollen Alle Vigilien halten, dann sich mit Wasser waschen. Über Solche, welche nach der Taufe sündigen; Erklärung darüber, sowie über das, was nicht geschehen darf, endlich darüber, was zu beobachten ist.

Die Nacht der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus ist mit dem höchsten Eifer zu beobachten, denn es ist eine große Nacht. Alle sollen daher bis zur Morgenröthe wachen, dann ihren Leib mit Wasser waschen, bevor sie Pascha feiern, und das ganze Volk sei im Lichte. Denn in jener Nacht hat der Erlöser allen Kreaturen die Freiheit erworben; daher begehen das Fest die Himmlischen und Irdischen und Alles, was im Himmel und auf Erden ist, weil der Herr von Todten auferstanden und in den Himmel aufgestiegen ist und zur Rechten des Vaters sitzt, woher er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters und seiner Engel, um Jedem zu vergelten nach seinen Werken. Die Gutes gethan haben, werden zur Auferstehung des Lebens, die Böses gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts berufen, wie geschrieben steht. Wir müssen daher jeder Zeit wachsam sein und unsere Augen nicht dem Schlafe hingeben. Wir müssen uns hüten, daß uns die Schlafsucht nicht übermannt, bis wir für den Herrn einen Platz gefunden haben; auch sage Niemand: Ich bin getauft und mit dem Leibe Christi gespeist, und ergebe sich, auf diese Stütze sich verlassend, schon der Ruhe, indem er sagt: „Ich bin ein [S. 48] Christ“ und lasse sich als Vergnügungssüchtigen finden, abgewendet von den Geboten Christi. Ein Solcher gleicht einem Menschen, der voll Schmutz ins Bad geht, aber dasselbe verläßt, bevor er sich ordentlich abgerieben hat, so daß der Schmutz auch nachher noch an ihm gefunden wird. Jener hat das Feuer des Geistes nicht angewendet, wovon der selige Paulus spricht, indem er ermahnt, wir sollen jeder Zeit im Geiste glühend sein1

Welche immer diese Regeln beobachten, über die wird der Friede des Herrn herabsteigen und über ganz Israel.2 Der Feind wird an ihnen keinen Gewinn machen, sondern sie werden dereinst mit den Heiligen im Reiche unseres Herrn Jesu Christi ruhen, durch den sei Ehre Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist jetzt und immer und in alle Ewigkeit! Amen. Lob sei Gott immer und in Ewigkeit!

Hier endigen die Canones des heiligen Patriarchen Hippolytus, des ersten Patriarchen der großen Stadt Rom, die er verfaßt hat. Ihre Zahl ist achtunddreissig. Gott stehe uns bei, sie durch die That auszuführen. Lob sei Gott immer und in Ewigkeit!

1: Röm. 12, 11.
2: Gal. 6, 16.

 

 

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Einleitung Canones Hippolyti
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger