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Augustinus (354-430) - Fünfzehn Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)
VIERZEHNTES BUCH. Das Bild Gottes wird im menschlichen Geiste verwirklicht nicht so sehr durch die Erinnerung, Schau und Liebe eines vergänglichen Gegenstandes oder des Geistes selbst als vielmehr durch die Fähigkeit, sich Gottes zu erinnern, ihn zu schauen und zu lieben.

18. Kapitel. Versteht der Apostel Johannes die Ähnlichkeit mit Gott von unserem Leibe oder von unserem Geiste?

24. Der Apostel Johannes aber sagt: „Geliebteste, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar, was wir sein werden; wir wissen aber, daß wir, wenn es offenbar sein wird, ihm ähnlich sein werden, weil wir ihn sehen werden, wie er ist.“1 Hier wird deutlich, daß in diesem Bilde Gottes sich die volle Ähnlichkeit mit ihm verwirklichen wird, wenn es zu seiner vollen Schau kommen wird. Freilich könnte es auch scheinen, als ob dies Wort vom Apostel Johannes von der Unsterblichkeit des Leibes gemeint sei. Auch in dieser werden wir ja Gott ähnlich sein, aber nur dem Sohne, weil er allein in der Dreieinigkeit einen Leib annahm, in welchem er starb, auferstand und dieses Leibliche zum Höheren hinführte. Es ist nämlich auch von jenem Bilde des Sohnes Gottes die Rede, in dem wir wie er einen unsterblichen Leib haben werden, die wir in diesem Bereiche gleichförmig geworden sind nicht dem Bilde des Vaters oder Heiligen Geistes, sondern nur des Sohnes — von ihm allein liest man ja und versteht man in durchaus gesundem Glauben das Schriftwort: „Das Wort ist Fleisch geworden.“2 Deshalb sagt der Apostel: „Die er vorher erkannte, hat er [S. 246] auch vorher bestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu werden, auf daß er selbst der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei.“3 „Als Erstgeborener“ ist er sicherlich nach demselben Apostel „von den Toten“4 — im Tode ist sein Fleisch gesät worden in Unehre — auferstanden in Herrlichkeit.5 Nach diesem Bilde des Sohnes, dem wir durch die Unsterblichkeit im Leibe gleichförmig werden, tun wir auch das, was der gleiche Apostel so ausdrückt: „Wie wir das Bild des irdischen Menschen tragen, so werden wir auch das Bild dessen tragen, der vom Himmel ist,“6 daß wir nämlich, wie wir in Adam sterblich waren, so in wahrem Glauben und sicherer und fester Hoffnung daran festhalten, daß wir in Christus unsterblich sein werden. So nämlich können wir jetzt dieses Bild tragen: nicht im Schauen, sondern im Glauben, nicht in Wirklichkeit, sondern in Hoffnung. Von der Auferstehung des Leibes sprach ja damals der Apostel, als er dies sagte.

1: 1 Joh. 3, 2.
2: Joh. 1, 14.
3: Röm. 8, 29.
4: Kol. 1, 18.
5: 1 Kor. 15, 43.
6: 1 Kor. 15, 49.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger