Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Augustinus (354-430) - Fünfzehn Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

ZWÖLFTES BUCH. Nicht erst die Gemeinschaft von Mann, Frau und Kind stellt ein Bild der göttlichen Dreieinigkeit dar, sondern schon jeder einzelne Mensch. Das Bild Gottes ist realisiert in jener Schicht der Seele, in der die Hinwendung zu den unwandelbaren, ewigen Dingen erfolgen kann. Sofern sich der Geist dem Vergänglichen zuwendet, ist er nicht Bild Gottes.

1. Kapitel. Unterschied zwischen dem äußeren und inneren Menschen.

[S. 126] 1. Wohlan also, wollen wir sehen, wo gleichsam eine Art Grenzscheide zwischen dem äußeren und inneren Menschen ist. Was immer nämlich wir in unserer Seele mit dem Tiere gemeinsam haben, von dem sagt man mit Recht, daß es zum äußeren Menschen gehört. Nicht wird nämlich der Leib nur als äußerer Mensch erachtet, wenn er für sich betrachtet wird, sondern auch wenn man sein Leben noch hinzudenkt, durch welches das Gefüge des Leibes und alle Sinne Kraft haben, die Sinne, mit denen er ausgestattet ist für die Wahrnehmung äußerer Gegenstände — deren Bilder haften nach der Wahrnehmung im Gedächtnis und werden bei der Erinnerung wieder gesehen —; auch dann also handelt es sich noch um eine zum äußeren Menschen gehörige Wirklichkeit. In all dem unterscheiden wir uns vom Tiere nur dadurch, daß wir keine gebeugte, sondern eine aufrechte Leibesgestalt haben. Diese Tatsache ist für [S. 127] uns eine von unserem Schöpfer uns gegebene Mahnung, daß wir nicht mit unserem besseren Teil, das heißt mit der Seele, den Tieren ähnlich seien, von denen wir uns durch den aufrechten Körper unterscheiden. Wir sollen unsere Seele auch nicht an das wegwerfen, was an den Körpern das Höhere ist; denn auch wenn man darin Ruhe für den Willen erstrebt, heißt das die Seele preisgeben. Wie aber der Leib durch seine Natur zu jenem Reich der Körper, das in der Höhe ist, das ist zu den Himmelskörpern, emporgerichtet ist, so muß man die Seele, die eine geistige Substanz ist, zu dem, was im geistigen Bereich in der Höhe ist, emporrichten, nicht in stolzer Erhebung, sondern in rechter Frömmigkeit.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung

Navigation
. Mehr
. VIERTES BUCH. Zweck ...
. FÜNFTES BUCH. Die ...
. SECHSTES BUCH. In ...
. SIEBENTES BUCH. Hier ...
. ACHTES BUCH. Zunächst ...
. NEUNTES BUCH. Das ...
. ZEHNTES BUCH. Das ...
. ELFTES BUCH. Die ...
. ZWÖLFTES BUCH. Nicht ...
. . 1. Kapitel. Unt...
. . 2. Kapitel. Die ...
. . 3. Kapitel. Der ...
. . 4. Kapitel. Bild ...
. . 5. Kapitel. Erö......
. . 6. Kapitel. Zur...
. . 7. Kapitel. Wie ...
. . 8. Kapitel. Ver...
. . 9. Kapitel. For...
. . 10. Kapitel. Die ...
. . 11. Kapitel. Durch ...
. . 12. Kapitel. Ve...
. . 13. Kapitel. Be...
. . 14. Kapitel. Un...
. . 15. Kapitel. Die ...
. DREIZEHNTES BUCH. N...
. VIERZEHNTES BUCH. D...
. FÜNFZEHNTES BUCH. ...

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger