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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch
XI. Kapitel

93.

1. Siehst du, daß die Quelle der Wissenschaften aus der Weisheit entspringt? Nun wenden manche ein, was es denn nütze, zu wissen, zum Beispiel, wie sich die Sonne und die übrigen Gestirne bewegen und aus welchen Ursachen, oder über die geometrischen Lehrsätze nachgedacht zu haben oder über die Dialektik oder über jede einzelne von den anderen Wissenschaften; denn all das trage nichts aus für die Erkenntnis der Pflichten, und die griechische Philosophie sei nur ein Stück menschlicher Klugheit; denn sie sei nicht fähig, die Wahrheit zu lehren.1 Gegen solche Einwände ist folgendes zu sagen, zunächst, daß diese Leute [S. 301] auch betreffs der wichtigsten Tatsachen im Irrtum sind, nämlich betreffs der freien Entschlußfähikeit des Geistes.

2. "Denn die, welche das Heilige", so heißt es, "heilig beobachten, werden selbst geheiligt werden, und die, welche darin unterrichtet worden sind, werden Rechtfertigung finden."2 Denn der Gnostiker wird allein alles, was er tun muß, vernünftig und fromm tun, wie er es entsprechend der Lehre des Herrn durch Vermittlung von Menschen gelernt hat.

3. Und wiederum kann man hören: "Denn in seiner Hand", das heißt in seiner Macht und Weisheit, "sind sowohl wir selbst als auch unsere Worte und alle Klugheit und die Geschicklichkeit für Arbeiten."3 "Denn Gott liebt nichts als den, der mit der Weisheit in vertrauter Gemeinschaft lebt."4

4. Sodann haben sie das nicht gelesen, was Salomon gesagt hat. Er sagt nämlich da, wo er vom Bau eines Schiffes spricht, ausdrücklich: "Die Weisheit war die Künstlerin, die es zustande gebracht hat; deine Fürsorge aber, Vater, steuert es."5

1: Vgl. Philon, De migr. Abr. 184 ff.; De somn. I 53 ff.; Tat. Or. ad Gr. 27; Iren. II 28,2.
2: Eish 6,10.
3: Ebd. 7,16.
4: Ebd. 7,28.
5: Ebd. 14,2 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger