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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch
XI. Kapitel

88.

1. Als ein Beispiel aus der Tonkunst sei David aufgeführt, der Psalmen sang und weissagte und den Herrn in schönen Weisen pries. Es paßt aber sehr gut das enharmonische Klanggeschlecht zu der dorischen Tonart und das diatonische zur phrygischen, wie Aristoxenos sagt.1

2. Die Tonart des barbarischen Psalters, die den Ernst des Liedes zeigt, ist die älteste und wird vor allem für Terpandros das Vorbild, wenn er nach der dorischen Tonart Zeus ungefähr so besingt:
"Zeus, alles Lebens Anfang, Herr des Alls,
Zeus, diesen Liederanfang weih'ich dir."2

3. Der Psalmensänger bezeichnet wohl mit Zither3 der ersten Bedeutung nach den Herrn, nach der zweiten aber diejenigen, die unter der Leitung des Herrn, der ihr Musenführer ist, ohne Unterbrechung auf ihren Seelen wie auf einem Saiteninstrument spielen.

4. Und wenn das Volk, das gerettet wird, "Zither" heißt, so ist das so zu verstehen, daß es, erleuchtet von dem Logos und auf Grund [S. 298] der Erkenntnis Gottes, in klangvoller Weise Gott preist, wenn es durch den Logos, wie ein Saiteninstrument zum Klingen, so zum Glauben gebracht wird.4

5. Man kann aber auch in anderer Weise als ein wohlklingendes Zusammenstimmen die kirchliche Übereinstimmung des Gesetzes und der Propheten und zugleich auch der Apostel mit dem Evangelium auffassen und ebenso auch die mehr untergeordnete, den Zusammenklang aller einzelnen Propheten bei allem Wechsel der Personen.

1: Vgl. G.L. Mahne, Diatriobe de Aristoxeno, Amsterdam 1793 S. 163.
2: Terpandros Fr. 1 Diehl
3: 7Vgl. z.B. Ps 56,9; 107,3.
4: Vgl. Paid. II 41,4 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger