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Ephräm d. Syrer († 373) - Hymnen gegen die Irrlehren (Hymnen contra haereses)

52.

Nach der Melodie 1: Gericht der Stämme.

1. Lasset uns gegen Bardaisan beweisen, daß niemand eine von den drei Formen 2 des Menschen wegnehmen kann, wie man auch nicht die Formen des Feuers wegnehmen kann. Und wenn jemand eine wegnimmt, dann hat er es vernichtet, denn zu seinem vollständigen Leben gehören drei Teile, wie ja der Mensch dreifach zusammengesetzt ist.

Kehrvers: Preis sei dem Allbeleber durch seinen geliebten Sohn!

2. Du hast gehört, daß der Hund die Türe seines Herrn liebt; von seinem Bauche aber ist auch er angetrieben worden, daß er sich verderben und umwandeln ließ. Viele Hunde sind stumm geworden, [oder] bellen die Hausleute an. Es helfen den Wölfen, wenn sie rauben, die Hunde, die zur Herde gehören; sie schädigen die Herde, sie überfallen und rauben Böcke, Lämmer und Schafe.

3. Markion wurde von Tollwut befallen und lief fort, Mani fiel in Wahnsinn und Verkehrtheit. Sie verließen die Herden und flohen, schlossen sich aber in Zuneigung und Liebe den Wölfen an, schädigten die Hirten und halfen den Dieben. Das Tor [= Palast] ihres Herrn verachteten und verhöhnten sie, und nun bewachen sie die leeren Höhlen der Diebe; statt der Kirche lieben sie die Räuberhöhlen.

4. Durch ihre Gleichnisse werden die blinden Söhne des Irrtums widerlegt, die verdorbenen und faulen, die den Vergleich mit Eierschalen gebrauchen; und als sie blindlings vor der Wahrheit flohen, fielen sie auf der Flucht dem Gericht anheim und wurden verurteilt. Während sie in ihren Gleichnissen mit dem Gerechten Krieg führten, zerbrach er ihre Gleichnisse und bekämpfte die Empörer.

5. Trunken war in seiner Lästerung Markion, und er merkte es nicht wie einer, der durch den Wein seine Besinnung vernichtet hat. Mit dem Symbol von den Geschöpfen vermischt er seine Lehre; Schale und Ei dient zur Erläuterung. Wer aber kann die Geheimnisse [Symbole] des Guten von den Geschöpfen darstellen? Sie sind widerlegt, denn der Schöpfer selbst hat uns nach seinem Bilde gebildet.

6. Ihr Gleichnis widerlegt sie, indem sie mit der Eierschale den Körper bezeichneten, die Seele mit dem Küchlein, und nicht bedachten, daß Knochen und Fleisch aus dem Ei hervorgehen, das der Erde gleicht; denn in ihr wird der Körper empfangen und zerreißt bei seiner Auferstehung die Erde und sein Grab und fliegt bei der Ankunft [Christi] empor.

7. Das [künstlich] aufgestellte Wort [der Häretiker] kann sich nicht halten [paßt nicht], denn eine doppelte Hervorbringung hat das Küchlein, die erste durch die Begattung, die zweite durch das Brüten. Der Mutterleib erzeugt durch Begattung, die Erde ohne Begattung nach dem Vorbild der Vögel; die zweite Geburt ist die Hervorbringung bei der Auferstehung.

8. Sehen wir nun, womit sie das Werk des Erlösers verglichen haben! Wenn er nämlich den Körper losgerissen hätte und die Seele [allein] hätte emporfliegen lassen, siehe, dann hätte unser Herr den Vergleich der Leugner obsiegen lassen; wenn aber gleich einem Ei die Gräber aufsprangen und die Körper aufstanden, die Begrabenen auferweckt wurden, dann hat unser Herr uns die Siegeskrone gegeben.

9. ,,Siehe, auch der Same legte seine Schale in der Erde ab“, und den Stengel und die Ähre nennen sie wiederum [vergleichsweise] Körper. Ein verwirrtes Gleichnis und ein Vergleich Wahnsinniger! Sie nannten also zwei Dinge Körper und machten keinen Unterschied, ob die Schale den Körper bedeutet, oder der Stengel als Bild des Körpers gilt. So bleibt das Wort in der Auslegung unverständlich.

10. Untersuchen wir weiter den Vergleich, damit wir wenn er uns weiter folgt, ihn dahin bringen, dass er zu erkennen gibt, worauf er [der Vergleich] paßt. Die Schale des Samens dient als Spiegelbild für Begierde, Zorn, Haß, die nicht mit dem Körper auferstehen bei der Auferstehung, da er wie eine Schale seine Begierden auszieht und wegwirft.

11. Siehe, seitdem Adam gestorben, verkündet das Gras, das Gott ihm gab, seine Auferstehung, und es kommt in jeder Periode wieder; es zieht seine Hülle an und aus zu jeder Zeit, um jeden, der in die Welt kommt, zu belehren. Es [das Gras] kann nämlich mit seinen Generationen nicht aufhören, bis sein Vorbild bei der Auferstehung auferweckt wird.

12. Die Eier werden von Toren für tot gehalten, sie werden [sind] aber lebendig in ihren Nestern durch die Federn der Vögel. Die Leichen sind in ihren Gräbern tot nach der Meinung der Leugner, sie leben aber für den Allbeleber im Scheol; nicht einmal für so mächtig wie die schwachen Federn der Vögel hielten sie das Schweben des Guten, der alles auferweckt.

13. Die drei 3 werden bei der Auferstehung wieder zu einer Einheit vereinigt: Die Seele, der Geist und ihre Harfe, der Leib; der Geist wohnt im Haupte, sein Wort im Munde, und die Seele vermittelt zwischen beiden in jeder Beziehung. Verschieden sind ihre Namen, leicht in ihren Bedeutungen, aber schwierig in ihren Prinzipien.

1: Melodie und Metrum wie bei Hymnus 1.
2: Nach der Trichotomie Platons: Geist, Seele, Leib.
3: Vgl. Strophe 1.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger