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Ephräm d. Syrer († 373) - Hymnen gegen die Irrlehren (Hymnen contra haereses)

44.

Nach derselben Melodie.

1. Was dachten wohl die Geheilten von dem Erlöser, etwa, daß er nicht der Schöpfer sei, sondern sein Gegner? Und was sahen sie wohl von seiner Schöpfung? Er verbarg seine Schönheit und begann, die Schönheit seines Genossen [des Schöpfers] zu zeigen.

Kehrvers: Dir sei Preis von allem, was du geschaffen auf den Wink deines Vaters!

2. Der Blinde, der den Herrn des Lichtes sah, brachte Lobpreis dar; denn ohne Licht wäre er blind gewesen, auch wenn er ihm zehntausend Augen gegeben hätte. So pries er den Sohn des Schöpfers und den Schöpfer.

3. Zwei Werkmeister erstanden dem Gefäß, es in Ordnung zu bringen: der Gute ordnete, und es erhob sich Lobpreis; der Gerechte ordnete, und es entstand Lästerung. Nach dem Augenschein urteilten die Leugner freventlich.

4. Handelte der Fremde aus Zorn oder Erbarmen? Wenn gewalttätig im Zorn, dann handelt er ganz verkehrt wie ein Verderber, und wenn in Erbarmung, dann ist ihm jene unseres Gottes zuvorgekommen.

5. Und wenn der Schöpfer sich zur Materie herabließ, so liebte sie unser Herr noch mehr, denn er heilte viele Leiber, die von ihr stammen, nach der Behauptung jener. Möge sich über sie der Heilige erbarmen, über den sie lästern!

6. ,,Man gießt nicht neuen Wein in Schläuche, die veraltet sind 1.“ Er gab darum die Sinne wie die Gebote, ein neues Ohr wie ein [neues] Gebot. Denn von einem Ohr, das alt geworden, werden neue Stimmen nicht vernommen.

7. Und dieses ist ein Wunder, daß er nicht die alten Gebote gab, aber keine fremden Glieder. Die Sinneswerkzeuge, die er heilte, bezeugen es laut, daß, obgleich er neue Aussprüche gab, er doch nicht fremd ist.

8. Es war nichts Großes, daß er [neue] Gebote statt der [alten] Gebote gab, denn das ist leicht. Er gab aber der Sonne einen anderen Glanz, keinen überflüssigen, sondern damit ihr Glanz anders sei als der der Gestirne.

9. Mögen sie sich nun in ihrem Kopf ein anderes Licht vorstellen, das nicht dieser sein Glanz ist und nicht sein Schimmer und nicht seine Farbe, sondern etwas ganz anderes: Das Licht bezeugt, daß sie keinen fremden Gott bilden können.

10. Und wie schwach sind siel Nicht einmal eine Finsternis können sie sich vorstellen außer dieser; nur nahekommen [?] können sie ihr, ob sie schwächer oder stärker ist. Und wie erfolglos mühen sie sich ab, den fremden Gott darzustellen!

11. Wie fremd sie ihn auch machen, sie kommen doch [wieder] zu unserm Schöpfer, den sie lästern, ohne daß sie es merken, und den sie loben, ohne es zu wissen; und so sehr sie sich abmühen, bei ihm geraten sie in Verwirrung, denn es ist kein anderer.

12. Wenn sie den Herrn der Zeiten kennengelernt hätten, würden sie sich auch in bezug auf seine Zeit nicht verirrt haben. Wie schwach sind sie, daß sie nicht einmal merken, wie schwach sie sind! Sie mischen in ihrer Schwäche Gestalten [äußere Formen] untereinander und trennen auseinander.

1: Matth. 9,17.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger