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Ephräm d. Syrer († 373) - Hymnen gegen die Irrlehren (Hymnen contra haereses)

42.

Nach derselben Melodie.

1. Ist denn der Gute, der gegen den Bösen ist, auch für ihn? Öffnet er die Augen, daß er [der Mensch] damit begehre? Machte er die [verkrüppelten] Hände gerade, damit sie morden? Sein [des Menschen] Arzt legt Zeugnis ab über seinen Schöpfer, daß er ihn gut geschaffen habe 1.

2. Es tadeln die Toren den Finger der Barmherzigkeit, daß er den Körper gebildet habe. Appellieren wir an unsern Herrn: Wenn der Bau seines Hauses [des Körpers] nicht weise ist, möge er ihn zerstören und auflösen! Wenn er aber dennoch verlangte, daß er seine Wohnung werde, dann ist gepriesen sein Bau!

3. ,,Es gibt zwei Tempel des einen Erbauers, und er liebt und haßt Seele und Leib von einem Schöpfer, und er wählte aus [die Seele], und er verwarf [den Körper 2].“ Warum aber liebte er die Seele und haßte den Körper, da er doch in ihm Wohnung nahm?

4. Ferner: „Zwei Tempel des einen Schöpfers.“ Wie zerstörte nun der Fremde den Tempel von Sion, weil er ihn haßte; machte sich aber den Leib zum Tempel, weil er ihn liebte? Er riß das Heiligtum nieder, richtete aber den Leib auf, das Nest der Sünden.

5. Wenn er nun vom Dämon das Geschenk nicht annahm, das er ihm machte, als er ihn „Sohn des Heiligen“ nannte 3, und er ihm den Mund für sein Geschenk, das er ihm geben wollte, schloß, wie taufte und heiligte er den Leib, wenn er vom Bösen ist?

6. Und nach ihrer Aussage in ihren Versammlungen befallen die Dämonen den Körper, der getauft wird; der Böse ist also getauft, und für den Satan brechen sie das Brot. Gnädig sei ihnen der Sohn des Guten daß sie so sehr lästern!

7. Und wenn sie die Sache auf die Seele beziehen, so werden sie wieder überführt; denn es kann wohl das Wort [die Taufformel] auf die Seele bezogen werden – die Taufe ist mit ihr verwandt –, das Brot aber, das sie brechen, ist mit dem Leibe verwandt, den sie hassen.

8. Und wenn aber mit der Seele verwandt ist das Brot, ihr Gegenteil, um wieviel mehr ist der Leib mit der Seele verwandt, da sie ohne ihn sogar müßig ist! Aus dem ihr nicht Eigenen lerne das ihr Eigene und leugne es nicht!

9. Und wenn im Brote, einem toten Körper, unser Herr Wohnung nimmt, und im Wasser, das ausgegossen werden kann, und in steinernen Kirchen wohnt, haßt er dann den Körper, dessen Glieder voll sind von zahllosen Mühen?

10. Eifrig ist er im Fasten und Gebet, seine Gebeine sind sein Schatz, sein Weinen ist seine Mine, sein Auge ist sein Quell, seine Jungfräulichkeit sein Beryll [Edelstein]; er ist ein Pfau des Geistes [= im geistigen Sinn], der seinen Schmuck an seinen Gliedern trägt.

1: Ein besonderer Kehrvers ist hier nicht angegeben.
2: Eine Aussage der Gegner, als Einwurf behandelt.
3: Vgl. Mark. 3,11 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger