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Hippolytus von Rom († um 235) - Das Buch über Christus und den Antichrist (De Christo et Antichristo)

49. Er wird das römische Reich und den Götzendienst wieder herstellen.

Dieses aus der Erde aufsteigende Thier, sagt er, werde das Reich des Antichrist sein; die beiden Hörner aber bezeichnen ihn selbst und den falschen Propheten, der bei ihm ist. Daß er sagt, seine Hörner seien ähnlich denen eines Lammes, soll heißen, er wolle dem Sohne Gottes gleichen und sich selbst als König darstellen. Daß er redet wie ein Drache, soll heißen, er sei ein Verführer und Lügner. Das aber: „Er übte die Gewalt des ersten Thieres und machte die Erde, und die auf selber wohnten, anbeten das erste Thier, dessen Todeswunde geheilt war,“ bezeichnet, daß er nach der Weise des Augustus, von dem ja das römische Reich errichtet worden, befehlen und herrschgewaltig Alles anordnen werde, um sich dadurch größeren Ruhm zu bereiten. Das aber bezeichnet das vierte Thier, das am Haupte verwundet und wieder geheilt worden, daß, wenn es zusammengebrochen, [S. 47] entehrt und in zehn Diademe aufgelöst worden,1 der Antichrist es dann gleichsam heilen und erneuern wird. Ist aber von dem Propheten gesagt worden, „er werde geben einen Geist dem Bilde des Thieres, und es werde reden das Bild des Thieres“, so heißt das, es wird wieder kräftig und stark werden durch das von ihm erlassene Gesetz und wird machen, daß Diejenigen, welche das Thier nicht anbeten, getödtet werden. So wird der Glaube und die Geduld der Heiligen offenbar werden. Denn er sagt ferner: „Und machen wird er, daß Alle, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, ein Malzeichen haben in ihrer rechten Hand oder auf ihren Stirnen, damit Niemand kaufen könne oder verkaufen, ausgenommen, wer das Malzeichen hat, (oder) den Namen des Thieres oder die Zahl seines Namens.“ Denn da er voll List ist und aufgeblasen gegen die Diener und sie aus der Welt verdrängen und vertreiben möchte, so wird er, da sie ihn nicht gehört haben, befehlen, daß Alle überall Weihrauchpfannen2 aufstellen, damit Keiner der Heiligen weder kaufen noch verkaufen könne, ohne vorher geopfert zu haben. Dieses bedeutet nämlich das auf die rechte Hand gegebene Malzeichen. Das Malzeichen auf der Stirn will sagen, daß Alle gekrönt sein und eine Feuerkrone tragen sollen, nicht zum Leben, sondern zum Tode. Derselben List bediente sich Antiochus Epiphanes, der König von Syrien und Enkel Alexanders von Macedonien, gegen die Juden. Auch er, damals aufgeblasen in seinem Herzen, erließ eine Verordnung, alle sollten Altäre vor die Thüre stellen, darauf opfern und sich zu Ehren des Bachus mit Epheu bekränzen; die sich nicht unterwerfen wollten, sollten, nachdem sie gequält und gefoltert, getödtet werden. Aber er empfing auch von dem Alles richtenden und sehenden Herrn und Gott den [S. 48] verdienten Lohn: denn von den Würmern verzehrt, schied er aus dem Leben. Wer dieses genauer erforschen will, der findet es in den Büchern der Maccabäer verzeichnet.3

1: Das römische Reich nämlich.
2: Hippolytus hat [peiratēria] πειρατήρια d.i. Prüfungsmittel, Blutgericht. Dieses that bekanntlich Julian der Abtrünnige.
3: Maccab. 6 und 7.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Hippolytus’ des Presbyters und Märtyrers, Buch über Christus und den Antichrist
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger