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Hippolytus von Rom († um 235) - Das Buch über Christus und den Antichrist (De Christo et Antichristo)

2. Die vom Logos erleuchteten Propheten haben uns die Geheimnisse Gottes mitgetheilt. Eigenschaften des Propheten.

Die seligen Propheten sind für uns die Augen gewesen, welche durch Glauben die Geheimnisse des Logos vorhersahen und den späteren Geschlechtern mittheilten. Und sie erzählten nicht allein das Vergangene, sondern verkündigten auch das Gegenwärtige und Zukünftige, damit der Prophet nicht als bloß für seine Zeit bestimmt angesehen werde, sondern auch insofern für einen Propheten gehalten werde, als er allen Geschlechtern die Zukunft verkündigte. Sie nun, die Väter, mit prophetischem Geiste ausgerüstet und vom Logos gebührend geehrt, hatten wie gut zusammenstimmende Instrumente den Logos gleichsam als Plectron1 immer in [S. 16] sich, von welchem bewegt die Propheten das verkündigten, was Gott wollte. Denn die Propheten erhoben ihre Stimmen nicht aus eigenem Antriebe wie die Betrüger, noch verkündigten sie das, was sie selbst wollten, sondern sie wurden zuerst von dem Logos in die rechte Weisheit eingeführt, dann durch Gesichte trefflich über das Zukünftige belehrt und so selbst überzeugt, verkündigten sie das, was ihnen allein von Gott geoffenbart worden war. Denn wie kann der Prophet ein Prophet genannt werden, wenn er nicht im Geiste das Zukünftige vorhersah? Denn wenn der Prophet über etwas Zufälliges sprach, dann war er wohl kein Prophet, indem er ja das sagte, was Allen klar vor Augen lag, sondern nur Derjenige wird mit Recht für einen Propheten gehalten, der das Zukünftige vorträgt. Deßhalb wurden die Propheten anfangs Seher genannt. Wenn wir daher das, was von ihnen vorhergesagt worden ist, gut gelernt haben, so reden wir nicht aus unserer eigenen Erkenntniß, noch erlauben wir uns, die vorherverkündigten alten Aussprüche durch neue zu ersetzen, wenn wir ihre Schriften erläutern und den Rechtgläubigen vorlesen. Da nun daraus ein für Beide gemeinsamer Nutzen entspringt: für den Vortragenden, daß er den seinem Gedächtniß anvertrauten Stoff recht auslegt, für den Zuhörer, daß er seinen Geist auf das Gesagte richte; Beiden aber auch die Mühe gemeinsam ist, dem Vortragenden, daß er mit Sicherheit vorträgt, dem Zuhörer, daß er das Gesagte gläubig aufnimmt, so fordere ich dich auf, mir im Gebete zu Gott beizustehen.

1: Das goldene oder elfenbeinerne Stäbchen, womit die Saiten der Cither geschlagen wurden.

 

 

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Hippolytus’ des Presbyters und Märtyrers, Buch über Christus und den Antichrist
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger