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Dr. Valentin Gröne, Hippolytus’ des Presbyters und Märtyrers, Buch über Christus und den Antichrist. In: Tatian's, des Kirchenschriftstellers, Rede an die Griechen / übers. und mit Einl. vers. von Valentin Gröne. (Bibliothek der Kirchenväter, 1 Serie, Band 28) Kempten, 1872.
Hippolytus’ des Presbyters und Märtyrers, Buch über Christus und den Antichrist

2. Veranlassung, Zweck und Charakter der Schrift Christus und der Antichrist.

[S. 8] Hippolytus verfaßte dieselbe in Folge einer Unterredung, die er mit seinem Freunde Theophilus über die Hauptwahrheiten des Christentums gepflogen. Er nennt ihn seinen lieben Bruder und ermahnt ihn, die Schrift, die er nicht ohne Furcht und allein aus seiner großen Liebe zu Christus unternommen,1 zu seiner und Anderer Belehrung und Erbauung zu gebrauchen, sie aber vor Allem bösgesinnten und ungläubigen Menschen nicht mitzutheilen.2 Um die schwierige Aufgabe, die er allein an der Hand der Schrift zu lösen sich vorgenommen, gut zu Ende zu führen, bittet er seinen Freund, mit ihm Gott um Beistand anzurufen.3 Zugleich verwahrt er sich dagegen, etwas Neues oder Anderes, als die Propheten selbst verkündigt haben, sagen zu wollen oder über Das bestimmte Behauptungen aufzustellen, was die Propheten selbst im Dunkel gelassen haben.4 Nirgends begegnen wir einer vorgefaßten, gewagten Meinung, wozu das schwierige Problem so leicht die Veranlassung bot, und dem von Allen, die sich bis auf Bossuet mit der Lösung desselben befaßt, kaum Einer entgangen zu sein scheint. Mit fast ängstlicher Vorsicht hütet sich Hippolytus, Zeiten oder Personen zu bestimmen, unter denen die großen Ereignisse am Weltende eintreten werden, indem er sich dahin bescheidet, daß über das von den Propheten Vorherverkündigte erst, nachdem es eingetreten, Gewißheit sich erlangen lasse.5 Nur scheint ihm ausgemacht, daß das in der Bildsäule Nabuchodonosor's gesehene Eisen das zu seiner Zeit bestehende Römerreich sei, welches der Antichrist nach seiner Zerstörung [S. 9] wieder aufrichten werde, bis Christus mit dessen Sturze auch der letzten Universalmonarchie ein Ende mache.6

In der Schrift weht unverkennbar eine echt christliche Gesinnung und ein unerschütterlicher Glaube an die durch die heiligen Schriften mitgetheilten Wahrheiten. Einem Mann mit solchem Glauben konnte auch der Muth zum Martyrium nicht fehlen, wenn es sich um Sein oder Nichtsein handelte. Die schrecklichen Ereignisse bei dem Weltende sind ihm ein Sporn, sein Leben fleckenlos zu bewahren, und erfüllen ihn mit der freudigen Zuversicht auf den endlichen Sieg des Erlösers und seiner Heiligen.7

Der Stil ist einfach, in dem schönen Vergleiche der Kirche mit einem Schiffe selbst eines Xenophon nicht unwürdig;8 die Auslegung der reichlich angezogenen Bibelstellen sachgemäß und klar.

Photius characterisirt die Schrift mit folgenden Worten: „Ich habe von ihm — Hippolytus — noch ein anderes Buch über Christus und den Antichrist gelesen, in welchem er dieselbe Ausdrucksweise und die alte Einfachheit der Auslegung bewahrt hat.“9

Wir haben unserer Übersetzung die Ausgabe von Fabricius, Hamburg 1716, S. 4–33, mit der lateinischen Übersetzung von Combefis zu Grunde gelegt, wo die Schrift in 67 Kapitel abgetheilt ist. Eine deutsche Übersetzung ist uns nicht bekannt.

1: K. 29.
2: K. 5.
3: K. 2.
4: K. 29.
5: K. 50.
6: K. 25 u. K. 33. Im Gegensatz hiervon führt Döllinger, Christentum und Kirche, eine in der alten Kirche verbreitet gewesene Ansicht an, nach welcher der Antichrist das römische Reich zerstören werde.
7: K. 67.
8: K. 59.
9: L. c.

 

 

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Einleitung zu:
Das Buch über Christus und den Antichrist (De Christo et Antichristo) (Hippolytus von Rom († um 235))

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger