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Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Predigten
Exegetischsparänetische Predigten (Reden)
Erste Predigt (Mauriner-Ausgabe Nr. 1)

11.

Weißt du wohl, wer der ist, den du aufnehmen sollst? Es ist der, der uns verheißen hat: „Ich und der Vater werden kommen und Wohnung bei ihm nehmen1.“ Was betrinkst du dich also und verwehrst so dem Herrn den Eingang? Warum ermunterst du den Feind, vorher deine Schanzen zu besetzen? Trunkenheit nimmt den [S. 180] Herrn nicht auf; Trunkenheit vertreibt den Hl. Geist. Der Rauch vertreibt die Bienen; der Rausch aber verscheucht die Gaben des Hl. Geistes. Fasten ist der Schmuck einer Stadt, der Wohlstand des Marktes, der Friede der Häuser, Schutz und Schirm des Vermögens. Willst du dessen Heiligkeit sehen? Dann vergleich den heutigen Abend mit dem morgigen, und du wirst die Stadt aus Lärm und Unruhe in tiefe Stille versetzt sehen2. O möchte auch der heutige Tage dem morgigen an Würde gleichen, und der morgige an Fröhlichkeit dem heutigen nicht nachstehen3!

Der Herr aber, der uns diesen Zeitabschnitt4 erleben ließ, möge uns Kämpfern verleihen, daß wir in diesen Vorübungen eine feste, unerschütterliche Standhaftigkeit zeigen, auf daß wir auch zum herrlichen Tag der Krönung gelangen, daß wir jetzt uns des erlösenden Leidens erinnern, im anderen Leben aber den Lohn empfangen für das, was wir in diesem Leben getan haben — beim gerechten Gerichte Christi selbst, dem Ehre in Ewigkeit. Amen.5

1: Joh. 14, 23. Diese Basilius-Frage deutete man schon auf den Empfang des realen Herrnleibs in der Eucharistie.
2: Aus dieser Stelle erhellt, daß diese Homilie am Sonntag (abends) gehalten worden ist.
3: Der gestrenge Richter der lärmenden Lustbarkeit wird hier zum Prediger wahrer Freude.
4: Die Fastenzeit.
5: Die Mauriner-Ausgabe läßt dieser Homilie eine „zweite Fastenhomilie“ folgen (Migne, Patrol. Graec. XXXI, 185—197), die allerdings von Garnier mit schwachen Bedenken dem Basilius abgesprochen, von Maran aber mit Recht für ihn wieder reklamiert wurde. Inhaltlich stimmen die beiden Homilien soweit miteinander überein, daß Basilius sie nicht in einem und demselben Jahre gehalten haben kann. Die Sprache ist nicht nur des Basilius würdig, sondern für ihn — nicht für einen imitierenden Schreiber — geradezu charakteristisch. Schon die Notiz in c. 3 („Während des Vortrages fiel mir eben ein . . .“) verrät den extemporierenden Basilius. Nur die enge Gedankenverwandtschaft der „zweiten Fastenhomilie“ mit der „ersten“ und der Raummangel lassen auf deren Wiedergabe und Aufnahme in diese Sammlung „Ausgewählter Predigten“ verzichten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger