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Basilius von Cäsarea († 379) - Homilien über das Hexaemeron (Homiliae in Hexaemeron)
Sechste Homilie

6.

Welchen Inhalt haben denn auch ihre Prophezeiungen? Dieser N. N. wird krauses Haar und schöne Augen haben; denn er hat die Stunde des Widders; etwa ein solches Aussehen hat dieses Tier. Er wird aber auch mutvoll sein; denn der Widder hat eine Führernatur. Auch freigebig wird er sein und wieder ein Leichtverdienender; denn dieses Tier legt ohne Schmerz seine Wolle ab und wird von der Natur wieder rasch bekleidet. - Wer dagegen im Stiere geboren wird, sagen sie, wird geplagter Dienstbote; denn der Stier beugt sich unter das Joch. Wer aber im Skorpion geboren wird, ist ein Schläger - schuld seiner Ähnlichkeit mit diesem Tiere. Wer aber in der Wage geboren wird, wird gerecht sein, weil unsere Wage das Gleichgewicht hält. Könnte es noch etwas Lächerlicheres geben? Der Widder, von dem du die Geburt des Menschen abliesest, ist der zwölfte Teil des Himmels, wo die Sonne im Frühling steht. So sind auch Wage und Stier je der zwölfte Teil des sogenannten Tierkreises. Mit welchem Rechte suchst du dort die ausschlaggebenden Ursachen des menschlichen Lebens und charakterisierst nach den Tieren auf Erden die Anlagen der Menschen, die geboren werden? Freigebig ist ja der im Widder Geborene nicht etwa, weil jener Teil des Himmels diese Eigenschaft mitteilt, sondern weil das Schaf diese Eigenschaft hat. Warum lenkst du unsern Blick ab von der Untrüglichkeit der Gestirne und suchst uns mit dem Blöken der [S. 99] Schafe zu überzeugen? Denn wenn der Himmel von den Tieren solche eigentümlichen Eigenschaften angenommen hat, dann ist auch er fremden Herrschaften Untertan, da sie eben ihre Eigenschaften den Tieren verdanken. Ist nun solche Behauptung lächerlich, dann ist noch viel lächerlicher, aus Dingen, die nichts miteinander zu tun haben, jene Meinung glaubwürdig machen zu wollen. Doch diese ihre Sophistereien gleichen Spinngeweben, in die eine Mücke, Fliege oder sonst ein ähnlich schwaches Tierchen geraten kann, darin eingesponnen und gefangen wird, während ein stärkeres Tier, das auf das Netz stößt, ihm leicht entkommt und das schwache Gewebe zerreißt und zerstört.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger