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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch
VI. Kapitel

48.

1. Darum sagt der Herr in der Predigt des Petrus nach der Auferstehung zu seinen Jüngern:

2. "Ich habe euch zwölf ausgewählt, da ich euch für meiner würdige Jünger hielt (die der Herr haben wollte); und da ich die Überzeugung gewonnen hatte, daß ihr treue Apostel sein würdet, so sende ich euch in die Welt, den Menschen auf der ganzen bewohnten Erde das Evangelium zu verkünden, damit sie erkennen, daß nur ein Gott ist, und ihnen durch den Glauben an mich, Christus, das Zukünftige zu offenbaren, auf daß, die es hören und glauben, gerettet werden, die aber, welche nicht glauben, zugeben müssen, es gehört zu haben, und nicht zu ihrer Entschuldigung sagen können: 'Wir haben es nicht gehört.'"1

3. Wie nun? Ist nicht auch im Hades der gleiche Heilsplan wirksam gewesen, damit auch dort alle Seelen die Predigt hören und dann entweder ihre Sinnesänderung kundtun oder zugeben, daß die Strafe gerecht ist, weil sie nicht geglaubt haben?

4. Es wäre aber die größte Ungerechtigkeit, wenn diejenigen, die vor der Ankunft des Herrn aus diesem Leben abgeschieden waren, ohne etwas von der frohen Botschaft gehört und ohne von sich aus durch Glauben oder Unglauben einen Anlaß dazu gegeben zu haben, entweder die Rettung erlangt hätten oder der Strafe verfallen wären.

5. Denn es wäre doch wohl nicht recht, wenn jene ohne Richterspruch verurteilt worden wären und nur die nach der Ankunft des Herrn Lebenden der göttlichen Gerechtigkeit teilhaftig geworden wären.

6. Von Anfang an gilt aber für alle vernünftigen Seelen das Wort: "Alle Sünden, die einer von euch in Unwissenheit getan hat, weil er Gott nicht genau kannte, werden ihm vergeben werden, wenn er (Gott) erkennt und Buße tut."2

[S. 271] 7. "Denn siehe", so heißt es, "ich habe vor euch zur Wahl den Tod und das Leben hingestellt, damit ihr das Leben wählt",3 womit Gott sagt, daß beides zum Vergleichen und Wählen hingestellt sei, nicht daß er beides geschaffen habe.

1: Kerygma Petri Fr. 7 v. Dobschütz.
2: Ebd. Fr. 8; vgl. Apg 3,17.19; 17,30.
3: Dtn 30,15.19

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger