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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Sechstes Buch
II. Kapitel

14.

1. Nachdem ferner Euripides gesagt hatte:
"In gar vielerlei Form das Verhängnis erscheint,
Und die Gottheit vollführt, was wir nimmer geahnt",1

2. schreibt der Tragiker Theodektes in ähnlicher Weise:
"Wie wenig sicher ist der Menschen Schicksal doch!"2

3. Und nachdem Bakchylides gesagt hatte:
"Nur wenigen Sterblichen hat es die Gottheit gewährt, die ganze Zeit
Des Lebens gleichmäßig zu verbringen und zu den grauen Haaren
Des Alters zu kommen, ohne auf Unglück zu stoßen",3

4. schreibt der Lustspieldichter Moschion:
"Am meisten unter allen glücklich ist der Mann,
Der unverändert führt sein Leben bis zuletzt."4

[S. 245] 5. Und nachdem Theognis gesagt hatte:
"Nimmermehr tauget dem älteren Mann als Weib eine Junge;
Denn sie gehorcht ihm nicht so, wie einem Steuer das Schiff",5

6. wirst du finden, daß der Lustspieldichter Aristophanes schrieb:
"Ein alter Mann ist schimpflich für ein junges Weib."6

7. Und nachdem Anakreon gedichtet hatte:
"Den zarten Eros will ich
Besingen, der mit Kränzen
Voll Blütenpracht geschmückt ist;
Er herrscht auch über Götter,
Und Sterbliche bezwingt er",7

8. schreibt Euripides:
"Der Eros fällt ja nicht allein die Männer an
Noch auch die Frauen, sondern bringt das Denken auch
Der Götter in Verwirrung, herrscht auch auf dem Meer."8

1: Euripides, Alkestis 1159 f.; Andromache 1284 f.; Bakchen 1388 f.; Helene 1688 f.
2: Theodektes Fr. inc. 16,3 TGF p. 806.
3: Bakchylides Fr. 25 Blaß.
4: Moschion Fr. inc. 10 TGF p. 816.
5: Theognis 457 f.
6: Aristophanes Fr. 600 CAF I p. 544 (= Euripides, Phoinix Fr. 807).
7: Anakreon Fr. 28 Diehl.
8: Euripides, Erster Hippolytos Fr. 431; vgl. Stob. Flor. 63,25, wo die Verse der Phaidra des Sophokles zugeschrieben sind.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger