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Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe
LXVIII. (Mauriner-Ausgabe Nr. 224)

2.

Wenn sie nun auch das, was nicht von uns herrührt, als unser Fabrikat kolportieren, so werden sie meines Erachtens, obschon ihr Ingrimm gegen uns ihre Erkenntnis völlig verdunkelt, so daß sie das Nützliche nicht mehr einsehen, dennoch im Falle einer bestimmten Fragestellung Eurerseits in ihrer Verstocktheit nicht so weit gehen, daß sie es wagen, die Lüge mit ihrem eigenen Munde zu bestätigen und zu sagen, jene Schriften seien von mir. Sind sie aber nicht von mir, warum werde ich wegen fremder Schriften gerichtet? Allein sie werden sagen, ich hätte mit Apollinaris Gemeinschaft und huldige ähnlich verkehrten Lehren. Man verlange von ihnen die Beweise! Denn wenn sie das Herz des Menschen zu durchforschen wissen, so sollen sie das bekennen, und Ihr mögt dann deren allseitige Wahrhaftigkeit erkennen. Wenn sie aber aus äußerlichen, allbekannten Dingen meine Gemeinschaft beweisen, dann sollen sie kanonische (= Friedens-) Briefe1 von mir an ihn oder [S. 269] von ihm an mich vorzeigen oder den Nachweis führen für eine Gemeinschaft der Kleriker mit uns oder dafür, daß wir irgend einmal einen von ihnen zur Gemeinschaft des Gebetes zugelassen haben. Ziehen sie aber einen Brief vor, der bereits vor 25 Jahren an ihn geschrieben wurde, und zwar von einem Laien an einen Laien, und der zudem nicht einmal so lautet, wie er von mir geschrieben worden, sondern gefälscht ist — Gott weiß von wem —, so erkennt daraus die Ungerechtigkeit! Es wird doch niemand im bischöflichen Amte angeklagt, wenn er im Laienstande in einer belanglosen Sache etwas unbedacht geschrieben hat, und zwar nicht etwa über den Glauben, sondern nur einen Brief mit einem freundschaftlichen Gruße. Vielleicht stellt sich aber heraus, daß auch jene sogar an Heiden und Juden geschrieben haben, ohne daß ihnen daraus ein Vorwurf gemacht wird. Denn bis auf den heutigen Tag wurde noch niemand verurteilt wegen einer solchen Sache, wegen der wir von den „Mückenseihern”2 verurteilt werden. Daß wir nun das Anstößige nicht geschrieben noch ihm zugestimmt haben, vielmehr über die das Anathem sprechen, die solche verruchte Gesinnung haben, d. h. die Vermischung der Personen lehren, womit die gottloseste Häresie des Sabellius erneuert wurde, das ist Gott bekannt, der die Herzen kennt, und das ist auch allen Brüdern bekannt, die unsere Wenigkeit kennengelernt haben. Ja selbst diejenigen, die jetzt unsere schärfsten Ankläger sind, mögen ihr eigenes Gewissen erforschen, und sie werden finden, daß wir von Jugend auf solchen Lehren ferne standen.

1: κανονικά γϱάμματα [kanonika grammata] = Friedensbriefe. Vgl. Kanon 8 der Synode von Antiochien (341) und Hefele, Konziliengesch. I, 515. Andere Lesart κοινωνικὰ γϱ. [koinōnika gr.] = Gemeinschaftsbrief.
2: Vgl. Matth. 23, 24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger