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Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe
LXI. (Mauriner-Ausgabe Nr. 204)

6.

Welches Zeugnis für unsern Glauben könnte aber eindrucksvoller sein als die Tatsache, daß wir von unserer Großmutter, der gebenedeiten Frau, die von Euch stammte, erzogen worden sind? Ich meine die hochberühmte Makrina, von der wir die Worte des seligsten Gregor gelernt haben, soweit sie sie in steter Erinnerung bei sich bewahrte und beachtete. Sie war es, die uns, da wir noch unmündig waren, erzog und in den Lehren der Religion unterrichtete. Dann aber, zu eigenem Denken gelangt und mit dem Alter zum vollen Vernunftgebrauch gekommen, durchwanderten wir weithin Land und Meer, bezeichneten die als Väter, die wir etwa auf dem Weg des traditionellen Glaubens wandeln sahen, und erkoren sie zu unsern Seelenführern für die Wanderung zu Gott. Und bis auf diese Stunde sind wir uns bewußt, mit der Gnade dessen, der uns in hl. Berufung zur Erkenntnis seiner berufen hat, auch nicht ein der gesunden Lehre feindliches Wort in unsere Herzen aufgenommen und auch nicht einen Augenblick unsere Seele mit der verruchten Blasphemie der Arianer befleckt zu haben. Wenn wir aber einmal einige von jenem Lehrer weg zur Gemeinschaft zugelassen haben, Leute, welche die Krankheit in der Tiefe bargen und fromme Worte redeten oder wenigstens unsern Worten nicht widersprachen, so haben wir sie in der Weise zugelassen, daß wir für sie nicht die volle Verantwortung übernahmen, sondern dem Urteil uns anschlossen, das unsere Väter über sie gefällt hatten. Ich habe ein [S. 227] Schreiben vom seligsten Vater Athanasius, dem Bischof von Alexandrien, bekommen, das ich noch in den Händen habe, und allen, die es verlangen, vorzeige, worin er ausdrücklich erklärt, daß man den, der etwa von der arianischen Häresie weg sich bekehren wolle und das nizänische Glaubensbekenntnis ablege, ohne jedes Bedenken aufnehmen dürfe. Derselben Auffassung sind, wie er mir zeigt, auch alle Bischöfe von Makedonien und Achaia. Deshalb hielt ich es für nötig, einem solchen Manne zu folgen, einmal wegen der Autorität der Gesetzgeber, zugleich aber auch aus Verlangen nach dem Lohne, welcher der Friedensstiftung winkt1, und so stellte ich die, welche diesen Glauben bekannten, in die Zahl der Gemeinschaftsgenossen ein.

1: Vgl. Matth. 5, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger