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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Fünftes Buch
XIV. Kapitel

92.

1. Auch die Lehre, daß die Welt etwas Gewordenes ist, stellten die Philosophen im Anschluß an Moses auf.

2. Platon z.B. hat ausdrücklich gesagt: "War die Welt, ohne irgendeinen Anfang zu haben, oder ist sie geworden, indem sie mit irgendeinem Anfang begann? Sie ist geworden; denn da sie sichtbar ist, kann man sie auch [S. 197] anfassen, und da man sie anfassen kann, hat sie auch einen Körper."1

3. Und wiederum, wenn er sagt: "Den Schöpfer also und Vater dieses Alls zu finden, ist eine schwere Aufgabe",2 hat er damit die Welt nicht nur als geworden bezeichnet, sondern er deutet auch an, daß sie aus ihm hervorgegangen sei wie ein Sohn, und daß Gott ihr Vater genannt worden ist, da die Welt aus ihm allein entstanden und aus dem Nichtsein ins Dasein getreten ist.

4. Aber auch die Stoiker lassen die Welt geworden sein.3

5. Und von dem Teufel, dem Herrn der Dämonen, von dem in der barbarischen Philosophie so oft die Rede ist, sagt Platon im zehnten Buch der Gesetze, daß er eine Böses wirkende Seele sei, mit folgenden Worten:

6. "Muß man nicht sagen, daß eine Seele, die alles durchwaltet und allem innewohnt, was sich irgendwie bewegt, notwendigerweise auch den Himmel durchwaltet? Zweifellos. Eine einzige Seele oder mehrere? Mehrere, werde ich in eurem Namen antworten. Auf keinen Fall wollen wir weniger als zwei annehmen, die eine, die Gutes wirkt, und die andere, die die gegenteiligen Werke ausüben kann."4

1: Platon, Timaios p. 28 B.
2: Ebd. p. 28 C; vgl. Protr. 68,1; Strom. 78,1.
3: Chrysippos Fr. phys. 574 v. Arnim.
4: Platon, Gesetze X p. 496 DE.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger