Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe
LI. (Mauriner-Ausgabe Nr. 156)

2.

Wenn die Eigenliebe durch lange Gewohnheit in den Herzen Wurzel gefaßt hat, dann kann sie kein Einzelner, noch ein einziger Brief, noch eine kurze Frist ausrotten. Denn Argwohn und Reibungen, die auf Widersprüche zurückgehen, gänzlich beseitigen, ist undenkbar, wenn nicht eine Autorität den Frieden vermittelt. Würden uns die Gnaden zuströmen und wären wir imstande, durch Wort und Tat und geistige Gnadengabe die Hadernden zu versöhnen, dann müßten wir das große Werk wagen. Vielleicht würdest Du uns nicht einmal dann raten, allein an die Heilung zu gehen, weil ja durch Gottes Gnade ein Bischof1 da ist, dem die Sorge für die Kirche vornehmlich zusteht. Dieser aber kann nicht selbst zu uns kommen, und uns war es bisher wegen des Winters nicht leicht, ja gar nicht möglich, eine Reise [S. 173] anzutreten, nicht bloß weil unser Körper durch lange Krankheit erschöpft ist, sondern auch, weil der Übergang über die armenischen Berge nun bald auch für diejenigen unmöglich wird, die noch in rüstigem Alter stehen. Ich werde nicht anstehen, dies ihm brieflich zu sagen. Indes verspreche ich mir vom Schreiben keinen großen Erfolg, wenn ich an die tüftelige Art des Mannes denke und auch die Natur eines Schreibens berücksichtige: eine übersandte Rede hat von sich aus nicht genug Kraft, umzustimmen. Man muß doch viele Gegenreden anhören, die Einwände lösen und die Beweise anführen; von all dem aber vermag eine schriftliche Abhandlung, die ohne Kraft und Leben auf dem Papier steht, nichts zu leisten. Gleichwohl werde ich, wie gesagt, ohne Zögern schreiben. Wisse jedoch, wahrhaft frommer und uns viellieber Bruder, daß ich mit Gottes Gnade mit niemand in persönlicher Feindschaft lebe. Ich wüßte auch nicht, daß ich mich viel kümmere um die Anschuldigungen, denen ein jeder wirklich oder angeblich ausgesetzt ist. Deshalb dürft Ihr ruhig von uns annehmen, daß wir nichts aus Parteilichkeit tun können, und daß wir für die Verleumdung gegen irgendeine Person nicht zum voraus schon eingenommen sind. Wenn nur der Wille des Herrn geschieht und alles nach Vorschrift und Gebrauch der Kirche geht!

1: Meletius von Antiochien.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung Briefe
Allgemeine Einleitung
Bilder Vorlage

Navigation
. Mehr
. XLIII. (Mauriner-Ausgabe ...
. XLIV. (Mauriner-Ausgabe ...
. XLV. (Mauriner-Ausgabe ...
. XLVI. (Mauriner-Ausgabe ...
. XLVII. (Mauriner-Ausgabe ...
. XLVIII. (Mauriner-Ausgabe ...
. IL. (Mauriner-Ausgabe ...
. L. (Mauriner-Ausgabe ...
. LI. (Mauriner-Ausgabe ...
. . An den Priester Evagrius
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. LII. (Mauriner-Ausgabe ...
. LIII. (Mauriner-Ausgabe ...
. LIV. (Mauriner-Ausgabe ...
. LV. (Mauriner-Ausgabe ...
. LVI. (Mauriner-Ausgabe ...
. LVIL. (Mauriner-Ausgabe ...
. LVIII. (Mauriner-Ausgabe ...
. LIX. (Mauriner-Ausgabe ...
. Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger